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"Kleidung als Wegwerfprodukt": Der lange Weg zu nachhaltiger Mode

"Kleidung als Wegwerfprodukt": Der lange Weg zu nachhaltiger Mode
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Die Modeindustrie gehört zu den größten Umweltsündern weltweit. Den Vereinten Nationen zufolge ist sie für 20 Prozent des globalen Abwassers und zehn Prozent der globalen Kohlenstoffemissionen verantwortlich.

Zwischen 2000 und 2015 hat sich der Anteil der insgesamt hergestellten Kleidung fast verdoppelt - auf mehr als 100 Milliarden Tonnen. Der Großteil der Textilproduktion erfolgt heute in Ländern, in denen der Umweltschutz eine nicht allzu bedeutende Rolle spielt.

Umweltbelastung reicht weit

"Die Modeindustrie verursacht tatsächlich mehr CO2-Emissionen als die internationale Luft- und Schifffahrt zusammen", so Fee Gilfeather, Nachhaltigkeitsexpertin der Nichtregierungsorganisation "Oxfam". "Das ist unvorstellbar viel. Aber nicht nur die Kohlenstoffemissionen sind ein großes Problem - auch der Wasserverbrauch. Es würde 13 Jahre dauern, genau die Menge an Wasser zu trinken, die es für die Herstellung einer Jeans und eines T-Shirts braucht."

"Es geht nicht nur um die Kleidung, sondern auch um die Verpackung und den Versand - vom Hersteller bis zum Verkäufer", sagt Modejournalistin Laura Antonia Jordan.

UN-Charta für Klimaschutz in der Modebranche

Im vergangenen Jahr unterzeichneten Marken wie "H&M" und "Inditex" - der Handelskonzern, der Zara besitzt - die "UN-Charta für Klimaschutz in der Modebranche". Sie versprachen, die Emissionen bis 2030 um 30 Prozent zu senken.

Orsola De Castro ist Mitbegründerin der gemeinnützigen globalen Bewegung "Fashion Revolution", die sich für einen Wandel in der Modeindustrie einsetzt. Sie meint:

"Wir von 'Fashion Revolution' machen eigentlich keinen Unterschied zwischen Fast Fashion und Luxusmode. Wir glauben, dass die Branche in ihrer Gesamtheit infrage gestellt werden muss - insbesondere die Industrieriesen."

"Umweltauswirkungen bedenken"

"Das Problem besteht in der ganzen Textilindustrie, das heißt sowohl im Bereich der High-End-Mode als auch im Bereich der Fast Fashion", sagt Gilfeather. "Wir wissen, dass die Fast Fashion wirklich dazu beigetragen hat, dass Menschen Kleidung als Wegwerfprodukt erachten, aber die Probleme innerhalb des Produktionssystems und der Lieferketten sind sowohl im High-End-Sektor als auch in der Fast Fashion gleich. Es ist die Aufgabe jedes Modeunternehmens, bei der Herstellung seiner Kleidung die Umweltauswirkungen zu bedenken."

Auf der derzeitigen UN-Klimakonferenz in Madrid stellen Händler und Konzerne die Visionen der "UN-Charta für Klimaschutz in der Modebranche" vor. Sie sieht eine Klimaneutralität bis 2050 vor und zählt bislang Unterschriften von mehr als 100 Unternehmen, Lieferanten und Organisationen.

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