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Gedenken an NS-Opfer: 75.000 "Stolpersteine" für 75.000 Schicksale

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Gedenken an NS-Opfer: 75.000 "Stolpersteine" für 75.000 Schicksale
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Sie sollen an die Opfer des Nazi-Regimes erinnern: Die sogenannten "Stolpersteine". Im südbayerischen Memmingen hat der Künstler und Projektinitiator Gunter Demnig jetzt den 75.000. Stein verlegt. Eingelassen werden sie in Gehwege und öffentliche Plätze. An der Oberfläche ist eine kleine Messingtafel angebracht. Darauf stehen die Namen und biographische Angaben der Menschen, die ermordet und verfolgt wurden.

"In dem Moment, in dem man mit dem Hammer jeden Buchstaben hineinschlägt bekommen die Worte eine andere Bedeutung. Dann ist eben 'ermordert' oder 'tot' plötzlich handfest da und nicht einfach nur ein Wort", so Demnig.

Der Antisemitismus-Beauftragte in Bayern, Ludwig Spaenle, sagt:

"Es waren Jüdinnen und Juden, die in der Nachbarschaft gelebt haben", saEs geht darum, daran zu erinnern und den Menschen einen Ort in der Mitte der Gemeinschaft wiederzugeben.

Stolpersteine in ganz Europa

In den 1990er-Jahren verlegte Demnig die ersten Steine. Mittlerweile sind sie ihm zufolge in Hunderten Gemeinden in Deutschland, aber auch in Ländern in ganz Europa fest im Boden verankert.

"Es ist wirklich ein Lebenswerk geworden und ich muss sagen, es erfüllt einen auch", erklärt Demnig. "Ich glaube, kein Künstler, der im Atelier als Maler oder Bildhauer arbeitet, erlebt das, was ich auf der Straße erlebe."

Allein im vergangenen Jahr war der 72-Jährige an insgesamt 270 Tagen unterwegs. Dass sein Projekt einmal solche Dimensionen annehmen würde, hätte er nicht gedacht. Ein unermüdlicher Einsatz gegen das Vergessen.