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Trotz neuer Regierung: Protestwelle in Beirut ebbt nicht ab

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Trotz neuer Regierung: Protestwelle in Beirut ebbt nicht ab
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Nach der Regierungsbildung im Libanon hat Staatschef Michel Aoun den neuen Ministerpräsidenten Hassan Diab empfangen.

Diab präsentierte sein 20-köpfiges, aus Experten bestehendes Kabinett, darunter sechs Frauen. Mit Saina Akar leitet erstmals eine Frau das Verteidigungsministerium.

Kein Kabinettsmitglied gehört einer der etablierten Parteien an. Damit wurde eine zentrale Forderung der Protestbewegung erfüllt, die den Rücktritt der gesamten politischen Führung verlangt hatte.

Diab kündigte in einer Rede an, auch auf weitere Forderungen der Demonstranten eingehen zu wollen.

"Der Erstickungstod droht"

Die Demonstranten zeigten sich jedoch kaum besänftigt und versammelten sich zu neuen, teilweise gewaltsamen Protesten vor dem Parlamentsgebäude.

Demonstrant Elie Al-Beem sagte: "Wir werden, wenn die Regierung uns einen Anlass gibt, auf jeden Fall auf der Straße bleiben und es wird mit Sicherheit eine Eskalation geben, weil wir uns die Situation nicht leisten können. Der Hunger klopft an die Türen aller Menschen, die Armut und die Finanzkrise. Uns droht der Erstickungstod. Wir werden mehr und mehr eskalieren, wenn die Regierung weitermacht und uns nicht anhört."

Auf Würfe mit Steinen und Feuerwerkskörpern reagierten Sicherheitskräfte mit dem Einsatz von Tränengas. Anderenorts in Beirut steckten randalierende Demonstranten Reifen in Brand und blockierten Straßen.

Minister als Marionetten?

In ihren Augen sind die neuen Minister Marionetten der Hisbollah und des Präsidenten.

Sie fordern die Einsetzung unabhängiger Gerichte, die Rückzahlung veruntreuter Gelder und eine Wiederbelebung der brachliegenden Wirtschaft.

Der Libanon hat eine der eine der höchsten Schuldenquoten der Welt. Sie entspricht über 150 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.