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Bauern auf Chios: Leben direkt am Flüchtlingscamp

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Bauern auf Chios: Leben direkt am Flüchtlingscamp
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Rund 300 Meter vom Flüchtlingscamp Vial auf der griechischen Insel Chios entfernt, kommen die Bewohner des Dorfes Chalkios direkt mit der Migrantenkrise in Kontakt.

Da es mehr Flüchtlinge gibt, als in das Lager passen, leben viele Asylsuchende rund um das Lager in behelfsmäßigen Favelas auf den Feldern.

Bauer Kostas sorgt sich um sein Land: "Das Leben ist härter geworden. Keiner geht mehr raus, wenn es dunkel wird. Wir haben Angst. Alles ist außer Kontrolle. Unsere Felder sind voller Fäkalien, wir können unsere Ernte nicht mehr anbauen. All unsere Felder in der Nähe von Vial sind besetzt, wir können dort nicht mehr arbeiten."

"Alles ist verbrannt"

Nicht nur die Bauern, auch Grundbesitzer im Allgemeinen sind betroffen. Sergios Marinos ist einer von ihnen. Sein Bauernhaus ist abgebrannt, er steht vor dem Ruin:

"Sie haben das komplette Haus in Brand gesteckt. Es ist alles verbrannt, mein Netz, mein Dach, alles, was hier drin war, ist verbrannt - außer den eisenhaltigen Sachen. Keiner hat mir gesagt, warum sie das machen. Ich kann das nicht verstehen. Was soll ich sagen, ich weiß es nicht. Wenn sie gehen müssen, was uns die Regierung versprochen hat, werde ich alles wieder aufbauen."

Bürgermeister Vasilis Vigkas beklagt, dass die Bewohner von Chalkios viel zu viel haben durchmachen müssen. Kriminalität sei an der Tagesordnung:

"Chalkeios hat im Prinzip die Flüchtlingskrise auf Chios allein gemeistert, aber das kann so nicht weitergehen. Wir schaffen das nicht mehr. Wir können unsere Felder nicht mehr bestellen, viele sind verunsichert. Es gab viele Diebstähle in der Region, die Menschen sind besorgt und verängstigt. Wenn wir morgens aufwachen, schauen wir als erstes nach unserer Ernte und unseren Tieren, um zu checken, ob noch alles an seinem Platz ist, erst dann beginnt unser Tag."

Im vergangenen Jahr haben rund 60.000 Migranten illegal aus der Türkei auf die griechischen Inseln Lesbos, Samos, Chios, Kos und Leros übergesetzt, fast doppelt so viele wie im Jahr zuvor. Aktuell harren in den Camps über 200.000 Menschen aus.