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Eilmeldung

UNHCR zum Flüchtlingsstrom: "Lesbos im Ausnahmezustand"

UNHCR zum Flüchtlingsstrom: "Lesbos im Ausnahmezustand"
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Auf der griechischen Insel Lesbos sind (am Dienstag) in 24 Stunden fünf große Boote aus der Türkei angekommen – andere Berichte sprechen von 7 - an Bord mindestens 250 Migranten. Auch auf anderen Inseln kamen laut Medien (Staatsfernsehen ERT) neue Migranten an. Ein Euronews-Reporter berichtet aus der Ägäis.

Fazel, Migrant aus Afghanistan (25):

«Wir haben die ganze Nacht gewartet, bis wir ins Boot gestiegen sind. Wir hatten nichts zu essen, es war so kalt. An Schlafen nicht zu denken.»

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Mohammed, Migrant aus Afghanistan (24):

«Es war eine sehr schwierige Reise. Wir waren mitten im Nirgendwo, wir hatten weder Essen noch Wasser.“

Wo er hinmöchte in Europa?

"Nach Österreich. Mein Bruder lebt in Österreich."

Eine wütende Frau zerstört ein großes Schlauchboot symbolisch mit einem Messer. „Kein Weg zurück“ soll das wohl heißen.

Für den Rettungsschwimmer der NGO «Refugee Rescue» gibt es gar keine neue Flüchtlingswelle.

Yiannis Skenderoglou:

«Ich glaube nicht, dass es eine unerwartete Welle von Neuankömmlingen gibt. Seit 2015 kommen die Menschen nach Lesbos. Wieviele, das hängt von politischen Entscheidungen und Taktik ab. Manchmal geraten Menschen in eine Falle und müssen ewig warten. Manche beschließen, nach Hause zurückzukehren.»

Das UNO-Flüchtlingshilfswerk UNCHR hat in Küstennähe eine kleine Begrüßungsstelle für Flüchtlinge und Einwanderer eingerichtet. Es heißt "Stufe 2".

Hier bekommen die Leute etwas zu essen und werden von Ärzten untersucht. Sie machen auch eine Pause, bevor sie nach Moria aufbrechen. Die UN-Agentur sieht die griechischen Inseln im Ausnahmezustand.

Theodoros Alexelis, UNCHR-Sprecher:

«Im September kamen mehr als 10.000 Menschen auf den Ägäischen Inseln an - fast 5.000 allein auf Lesbos. Dies war der Monat mit den meisten Ankünften seit der Umsetzung der gemeinsamen Erklärung der Europäischen Union und der Türkei im März 2016. Die Insel befindet sich im Ausnahmezustand. Die griechische Regierung muss mit Unterstützung der Europäischen Union Maßnahmen ergreifen und rund 4.000 Flüchtlinge und Migranten auf‘s Festland bringen.»

Die Türkei hatte sich in einem Abkommen mit der Europäischen Union verpflichtet, die Grenzen des Landes vom 18. März 2016 an so zu sichern, dass möglichst keine Migranten mehr illegal nach Europa kommen können.

Und am Horizont noch mehr Flüchtlingsboote.

Apostolos Staikos, Euronews:

"Viele hielten diese Bilder für Bilder von früher, aus dem Jahr 2015. Vier Jahre danach kommen immer noch Flüchtlinge auf der Insel Lesbos an. Sie müssen in das Flüchtlingslager Moria, wo schon 12.000 Menschen leben."

Apostolos Staikos, su mit dpa