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#OscarsSoMale: Namen der Nicht-Nominierten eingestickt

#OscarsSoMale: Namen der Nicht-Nominierten eingestickt
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Photo by Jordan Strauss/Invision/AP - Jordan Strauss
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Für die einen geht es bei der Oscar-Verleihung vordergründig um die Filmkunst, für andere aber auch, welche Kleider und Anzüge die Damen und Herren denn tragen, wenn sie über den roten Teppich schreiten.

Und die können durchaus eine Botschaft haben, gerade in diesem Jahr: Die knapp 9000 Mitglieder der Filmakademie setzten auch 2020 wieder auf männerlastige Filme, überwiegend mit weißen Schauspielern besetzt. Auch die Regie-Sparte, wie schon im Vorjahr, ist wieder reine Männersache.

Schauspielerin und Oscar-Preisträgerin Natalie Portman nutzte ihr wunderschönes Dior-Outfit für ein subtiles Statement: Sie hatte die Namen der übergangenen Regiseurinnen in Gold auf ihr Cape sticken lassen.

Regisseur Spike Lee seienersts erinnerte mit seinem Smoking in Gelb und Lila an den verstorbenen Basketballer Kobe Bryant.

Die Macher des Werkes "Parasite" erschienen klassisch elegant, da wussten sie noch nicht, dass der südkoreanische Streifen an diesem Abend Geschichte schreiben würde...

Ein Lob an die Übergangenen

Gleich zu Beginn der Zeremonie gab Sängerin Janelle Monae den Ton an: "Heute Abend feiern wir die vielen herausragenden Talente in diesem Saal, die Frauen, die so tolle Filme gedreht haben. Ich stehe hier als eine schwarze, pansexuelle Künstlerin, die Geschichten erzählt!“

Denn auch mit Diversität war es bei diesem Oscar-Jahrgang nicht weit her. Die britisch-nigerianische Schauspielerin Cynthia Erivo, die in "Harriet" eine Sklavenanführerin spielt, war die einzige Schwarze unter den 20 nominierten Darstellern für Haupt- und Nebenrollen.

Die mangelnde Vielfalt löste in den sozialen Netzwerken eine Welle von Kritik aus, etwa unter dem Hashtag #OscarsSoMale.

Da erschien es fast wie ein Affront, dass ausgrechnet ein engagierter Film wie "Bombshell - Das Ende des Schweigens“" über den Sexskandal beim konservativen US-Sender Fox News, mit einem einzigen Oscar bedacht wurde: für das beste Makeup und die besten Frisuren.

Seitenhieb gegen Trump

Politische Töne gab es auch vom diesjährigen Oscar-Glückspilz Brad Pitt. Frisch als bester Nebendarsteller (in "Once Upon a Time in Hollywood" von Quentin Tarantino) ausgezeichnet, nutzte er seine Dankesrede für einen Seiten hieb gegen Donald Trump.

"Mir wurde gesagt, dass ich hier auf der Bühne nur 45 Sekunden habe. Das sind 45 Sekunden mehr, als der Senat John Bolton gewährt hat. Ich denke mir: Quentin Tarantino macht einen Film daraus und am Ende tun die Erwachsenen das Richtige“, sagte Pitt.

Dabei bezog er sich auf den ehemaligen Sicherheitsberater, der während des Impeachment-Verfahrens, das am Mittwoch mit einem Freispruch für Trump endete, nicht aussagen durfte.

Bong Joon-Ho verneigt sich vor Scorsese

Bong Joon-Ho schließlich, der Mann der mit "Parasite" bei den Oscars 2020 Geschichte schrieb, bewies ganz große Klasse und bedankte sich, als er den Oscar für den besten Film erhielt, zunächst bei einem seiner großen Vorbilder Martin Scorsese. Der gesamte Saal erhob sich für eine Standing Ovation. Der Altmeister war zwar auch nominiert, für "The Irishman" ging diesmal aber leer aus.

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