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Malariamittel gegen Covid-19?

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Zentrum für die Koordination von Notfallmaßnahmen (ERCC) in Brüssel
Zentrum für die Koordination von Notfallmaßnahmen (ERCC) in Brüssel   -   Copyright  AP Photo/Virginia Mayo   -   Virginia Mayo
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Mehrere internationale Forscherteams suchen derzeit nach einem Impfstoff gegen das neuartige Coronavirus. Bis dieser endlich gefunden und erfolgreich getestet wird, könnte womöglich Chloroquin, ein altbekanntes Malariamittel, bei der Behandlung von Covid-19 eine wichtige Rolle spielen.

Gegen das SARS-Virus habe das Medikament seine Wirksamkeit bereits gezeigt, das zeigen Studien an der Katholischen Universität im belgischen Leuven.

"Bereits 2004 führten wir Forschungen zu Chloroquin durch, das war kurz nach dem Ende der SARS-Epidemie. Es gab keine Patienten mehr, an denen wir das Mittel hätten testen können," erklärt der Virologe Marc van Ranst. "Also veröffentlichten wir das Ergebnis in der internationalen Fachpresse und sagten, wenn ein neuer Coronavirus-Ausbruch auftreten sollte, könnte es getestet werden. Die chinesischen Ärzte lasen diesen Artikel - und als sie mit Covid-19 konfrontiert waren, starteten sie eine Studie mit Chloroquin."

Mit Sorge blickt der Virologe auf die aktuelle Entwicklung in Italien: ein kleiner Ausbruch der sich rasant ausbreitet. Ähnliches dürfte sich bald anderswo abspielen, sagt er.

"Im Moment betrachtet die WHO diese Epidemie nicht als Pandemie. Ich bin da anderer Meinung. Sie erfüllt bereits alle Kriterien einer Pandemie. Wenn Menschen das Wort Pandemie hören, haben sie oft Angst, weil sie zu viele Filme über diese Dinge gesehen haben, die in der Tat beängstigend sind. Dabei bedeutet Pandemie nur, dass die Ansteckung geografisch über den ganzen Planeten verteilt ist.

"Wenn man es mit der Grippe vergleicht, ist Covid-19 bereits eine ziemlich ernste Erkrankung, aber nicht so dramatisch wie Ebola. Es gibt Pandemien mit verschiedenen Schweregraden."
Marc van Ranst
Virologe, KU Leuven

Wenn man es mit der Grippe vergleicht, ist Covid-19 bereits eine ziemlich ernste Erkrankung, aber nicht so dramatisch wie Ebola. Es gibt Pandemien mit verschiedenen Schweregraden."

In der klinischen Studie in China soll sich Chloroquin nach Behördenangaben als wirksam erwiesen haben.

Zur Vorbeugung: Zweimal "Happy Birthday"

"Ich denke, dass es zu gegebener Zeit bessere, wirksamere antivirale Mittel geben wird", sagt Marc van Ranst. "Aber sie werden auch teurer sein. Deshalb sollten neue Antivirenmittel nicht nur im Vergleich mit Placebos getestet werden, das wäre äußerst unethisch, sondern auch mit Chloroquin und ihre Überlegenheit zu dem extrem billigen Medikament unter Beweis stellen."

Zur Vorbeugung folgender Tipp des Experten:

"Sie sollten Ihre Hände nicht nur symbolisch fünf Sekunden lang waschen, das funktioniert nicht. Es müssen ganze 20 Sekunden sein. Viele hassen es, die Sekunden abzuzählen. Aber wenn Sie dabei zweimal Happy Birthday singen - jeder kennt das Lied - sind das genau 20 Sekunden".