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Italien: Wie wirken sich die Corona-Maßnahmen auf die Wirtschaft aus?

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Frau mit Mundschutz in Rom
Frau mit Mundschutz in Rom   -   Copyright  Andrew Medichini/AP
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Hypothekenzahlungen werden ausgesetzt

Außergewöhnliche Maßnahmen in außergewöhnlichen Zeiten. Die italienische Regierung hat angekündigt, Hypothekenzahlungen auszusetzen, um die Folgen der landesweiten Einschränkungen für die drittgrößte Volkswirtschaft der Eurozone abmildern. Mit dem Schritt will Rom Unternehmen und Familien helfen, die Krise zu überstehen.

Während die Regierung Milliardensummen ausgibt, um die Coronavirus-Ausbreitung zu stoppen, stellt sich die Frage nach den wirtschaftlichen Auswirkungen. Die Länder der Eurozone sollen eigentlich eine Staatsschuldenquote von maximal 60 Prozent der Wirtschaftsleistung haben. In Italien liegen die öffentlichen Schulden aktuell bei 134 Prozent.

Die Frage nun ist, wie sie diese Schritte auf die italienische Wirtschaft und insbesondere auf das italienische Bankensystem auswirken können.

La Presse
Weitgehend leeres Café in RomLa PresseCecilia Fabiano

"Das Geld reicht nicht aus"

Euronews-Wirtschaftsredakteur Salvatore Falco erklärt: "Rom hat bereits 25 Milliarden Euro auf den Tisch gelegt, das reicht aber nicht aus. Die Krise wirkt sich auf die Realwirtschaft aus. Dadurch gerät das Bankensystem unter Druck, trotz der Fortschritte, die in den vergangenen Jahren bei notleidenden Krediten gemacht wurden. Es wird praktisch unmöglich sein, hier im Jahr 2021das EZB-Ziel von 5 Prozent zu erreichen.

Im Moment sind die Verluste für die Regierung nicht abschätzbar. Es braucht ein neues Budget, um all das angehen zu können. Und zwar eines, das weit über die Defizitgrenze von 3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts hinausgeht."

EU-Kommission stellt 25 Milliarden bereit

Brüssel sagt, man sei in diesem besonderen Fall flexibel. Die Konsequenzen für ein Überschreiten des Defizitlimits wäre allerdings überall in Europa spürbar, so Falco. "Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sagte bei der Vorstellung des 25-Milliarden-Euro-Pakets gegen das Virus, Europa werde "alle zur Verfügung stehenden Mittel gegen diesen Sturm" einsetzen.

LaPresse
Gondolieri in Venedig warten auf die üblicherweise zahlreichere KundschaftLaPresseClaudio Furlan

Die Crowdfundingplattform GoFundMe berichtet unterdessen, dass die Menschen in Italien mehr als 3,6 Millionen Euro für ihre örtlichen Krankenhäuser gesammelt haben. Und noch mehr Geld kam bei verschiedenen Kampagnen für die besonders vom Coronavirus-Ausbruch betroffenen Menschen zusammen.