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Trauer um Julie (16) - Frankreichs jüngstes Coronavirus-Opfer

Nurses wearing protective face masks are pictured
Nurses wearing protective face masks are pictured   -   Copyright  DAMIEN MEYER/AFP
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Auf der täglichen Pressekonferenz zu Covid-19 in Frankreich wurde ihr Fall erwähnt: der Tod einer 16 Jahre alten Schülerin, die an einem Lungenversagen gestorben ist. Aus Gründen der ärztlichen Schweigepflicht wollten die Vertreter des Gesundheitsministeriums nicht mehr sagen.

Die Zahl der Coronavirus-Todesfälle in Frankreich lag - Stand Donnerstagabend - bei 1.396, mehr als 3.300 PatientInnen werden intensivmedizisch behandelt.

Inzwischen hat die ältere Schwester der 16-jährigen Julie dem PARISIEN ein Interview gegeben. Sie berichtet, dass die Teenagerin in der vergangenen Woche nur leicht gehustet habe, am Wochenende sei es ihr schlechter gegangen. Julie war zuerst beim Hausarzt, dann im Krankenhaus von Longjumeau - im Südwesten von Paris. Später wurde sie ins Hôpital Necker in die etwa 20 km entfernte Hauptstadt gebracht. Dort ist sie in der Nacht auf Dienstag gestorben.

Das Hôpital Necker ist eines der Covid-19-Zentren in Frankreich. Präsident Emmanuel Macron hatte die dortige Koordinierungsstelle besucht.

Laut dem Interview mit der Schwester tanzte Julie gern und wollte nach dem Abitur Eventmanagerin werden. Die 16-Jährige sei fröhlich und bei allen sehr beliebt gewesen.

"Unser kleiner Stern, der uns verlassen hat"

Ihre Mitschülerinnen und Mitschüler wollen am 4. Mai, wenn die wegen der Pandemie geschlossenen Schulen im Prinzip wieder anfangen sollen, an Julie erinnen. Sie sammeln auch Geld für die Familie über eine Internetplattform. Dort steht: "Julie war unser kleiner Stern, der uns verlassen hat."

Laut LE PARISIEN haben einige Eltern der Schule eine psychologische Betreuung für die anderen Schülerinnen und Schüler angeregt.

Am Montag sollte Julie beerdigt werden. Wegen der Aussgangssperre in Frankreich dürfen nur zehn Personen an der Trauerfeiert teilnehmen.

Das sogenannte "confinement", nach dem alle Franzosen zu Hause bleiben sollen - bis auf die, die noch arbeiten oder für kurze Besorgungen - hat am 17. März begonnen und wurde für 14 Tage angeordnet. Die Regierungssprecherin Sibeth Ndiaye erklärte, dass über eine Verlängerung der Ausgangssperre in den kommenden Tagen entschieden werde. Französische Experten hatten eine Ausgangssperre von mindestens sechs Wochen empfohlen.