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Keine Krankenversicherung: 17-Jähriger starb an Covid-19

Virus Outbreak California
Virus Outbreak California   -   Copyright  Damian Dovarganes/Copyright 2020 The Associated Press. All rights reserved.
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Der Tod eines 17-Jährigen in Lancaster bei Los Angeles erregt über die USA hinaus Aufmerksamkeit. In einem YouTube-Video hat der Bürgermeister von Lancaster, Rex Parris, bestätigt, dass der junge Mann mit Atemproblemen in einer Notaufnahme abgewiesen worden war. Weil er keine Krankenversicherung hatte, wurde der 17-Jährige in ein staatliches Krankenhaus geschickt. Auf dem Weg zum Antelope Valley Hospital erlitt er einen Herzstillstand. Die Ärzte konnten den jungen Mann zwar wiederbeleben, doch es war zu spät, er verstarb sechs Stunden, nachdem er das öffentliche Krankenhaus erreicht hatte.

Der republikanische Bürgermeister Rex Parris erklärt in dem Video, der Teenager habe zuvor keine gesundheitlichen Probleme gehabt. Und er ruft die Menschen dazu auf, dass sie - sobald sie Atemprobleme hätten - sofort ein Krankenhaus aufsuchen sollten. Er selbst gehe wegen seines Alters kaum noch nach draußen.

Das positive Testergebnis auf das Coronavirus stand erst fest, als der 17-Jährige bereits tot war. Wie die New York Post berichtet, arbeitet der Vater des Jungen als Uber-Fahrer - und mehrere Familienmitglieder wurden inzwischen positiv auf SARS-CoV-2 getestet.

27,5 Millionen US-Bürger nicht krankenversichert

Offiziellen Angaben der US-Regierung zufolge haben 8,5 Prozent der Amerikaner keine Krankenversicherung. Ex-US-Präsident Barack Obama hatte 2014 mit dem "Affordable Care Act" versucht, eine Krankenversicherung für alle US-Bürger einzuführen. Dieser Plan wird auch "Obamacare" genannt. US-Präsident Donald Trump ist allerdings ein Gegner dieses Projekts und zwischen 2018 und 2019 ist die Zahl der nicht-krankenversicherten US-Bürger trotz boomender US-Wirtschaft zum ersten Mal seit Jahren wieder gestiegen: von 7,9 auf 8,5 Prozent. Aktuell sind es etwa 27,5 Millionen US-Bürger, die gar keine Krankenversicherung haben.

Da die Gesundheitsversorgung in den USA für die Patientinnen und Patienten sehr teuer ist, gehen viele AmerikanerInnen aus Angst vor den hohen Kosten nicht oder erst sehr spät zum Arzt.

Stand Sonntagabend, 29.03., gab es in den USA mehr als 125.000 bestätigte Fälle von Menschen, die sich mit dem Coronavirus angesteckt hatten. Fast 700 waren nach einer Infektion gestorben.

Als der junge Mann starb, gab es nur acht bestätigte Fälle von Covid-19 in der 160.000 Einwohner zählenden Stadt Lancaster. Das geht aus einem Tweet des Bürgermeisters hervor.

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