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Bessere Zyklonen-Vorhersage: Schildkröten liefern Daten

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Bessere Zyklonen-Vorhersage: Schildkröten liefern Daten
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Die Küsten der französischen Insel Réunion und anderer Länder des Indischen Ozeans werden regelmäßig von verheerenden Wirbelstürmen heimgesucht. Zyklone und der Klimawandel ist das Tema dieser Smart-Regions-Folge.

Schildkröten sind Teil des EU-Projekts "ReNovRisk-Cyclones". Ziel ist, Wirbelstürme besser zu verstehen und vorherzusagen. Zyklone entstehen, wenn warme Luftmassen über dem Meer aufsteigen. Die Insel Réunion und weitere Länder im Indischen Ozean sind jedes Jahr von diesen meteorologischen Phänomenen betroffen.

In der Beobachtungsstation Kélonia auf der Insel Réunion kümmert sich Schildkrötenspezialist Mathieu Barret um India, eine Karettschildkröte, die jetzt rund 45 Zentimeter groß ist.

Die Schildkröte wurde vor einigen Monaten verletzt in der Beobachtungsstation aufgenommen. Jetzt ist sie wieder gesund und wird mit einem GPS-Gerät, das die Wassertemperatur misst, wieder ins Meer ausgesetzt.

"Die Schildkröten sind ein unglaublicher Gewinn für das Projekt, allein schon um die tiefenspezifischen Temperaturdaten zu sammeln, die es den Renovrisk-Wissenschaftlern ermöglichen, ihr Zyklonvorhersage-Programm zu verfeinern", sagt Mathieu Barret.

15 Länder sind an dem EU-Projekt beteiligt

Das EU-Projekt hat ein Gesamtbudget von 1,5 Millionen Euro. 85 Prozent trägt die EU, den Rest teilen sich die Insel Réunion und der französische Staat. Frankreich leitet das Projekt, an dem unter anderem Madagaskar, Mosambik, die Seychellen und Mauritius beteiligt sind. Insgesamt profitieren 15 Länder davon.

Die Spezialisten von Meteo France in St. Denis werten die von den Schildkröten gelieferten Daten aus, darunter Wassertemperaturen aus 300 Metern Tiefe. Ihrer Meinung nach werden Wirbelstürme aufgrund des Klimawandels immer stärker werden, daher ist es wichtig, meteorologische mit meereswissenschaftlichen Daten zu kombinieren. Zyklon-Spezialist Philippe Caroff, RSMC-Meteo France sagt:

"Vom Anblick her ist ein Zyklon sehr ästhetisch, aber wenn er auf bewohntes Gebiet trifft, sorgt er für sehr viel Leid. Es ist eine teuflische Schönheit."

Das Projekt lebt vom Austausch und der Kooperation zwischen den Partnern. Die Seismologin Elisa kommt aus Madagaskar, sie arbeitet seit zwei Jahren im Team vor Ort:

"Wir tauschen uns über alles aus: über die GPS-Daten der Schildkröten oder die seismischen Beobachtungen. Wir werten die Daten aus und versuchen damit Wirbelstürme besser zu verstehen und vorherzusagen", so Elisa Rindraharisaona.

Inzwischen gibt es mehr als zehn Schildkröten, die mit GPS-Geräten ausgerüstet sind, um Daten für das Projekt zu sammeln.