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Im TGV aus überlastetem Paris: 6.017 Intensivpatienten in Frankreich

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Virus Outbreak France
Virus Outbreak France   -   Copyright  Thomas Samson/Copyright 2020 The Associated Press. All rights reserved
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Die TGVs mit PatientInnen, die intensivmedizinisch behandelt werden müssen, fahren heute mehrmals zwischen Paris und der Bretagne hin und her. Insgesamt werden 36 PatientInnen aus völlig überlasteten Krankenhäusern der Hauptstadt nach Westfrankreich transportiert. Der erste TGV brachte an Covid-19-Erkrankte nach Rennes.

In ganz Frankreich werden mehr als 24.000 Menschen nach einer Infektion mit Covid-19 in Krankenhäusern behandelt - davon 6.017 auf Intensivstationen. Vor der Coronavirus-Krise gab es in Frankreich insgesamt etwa 5.000 Intensivbetten.

Nicht nur im Elsass, auch im Großraum Paris gibt es nicht mehr genug Intensivbetten. Deswegen werden weitere Patienten in weniger betroffene Regionen transportiert.

Insgesamt sind in Frankreich schon mehr als 4.000 Menschen nach einer Infektion mit SARS-CoV-2 gestorben - 509 zwischen Dienstag und Mittwoch - dabei rechnen die Gesundheitsbehörden die Menschen, die in Alten- und Pflegeheimen verstorben sind, nicht mit.

Berechnungen haben sich nicht bewahrheitet

Der Chef der Intensivmedizin an der Uniklinik Tour verweist darauf, dass die Überlastung der Krankenhäuser schneller eingetroffen ist, als dies vorausgesagt wurde. Professor Jean-Francois Dequin erklärt: "Wir wissen noch nicht, was die Ausgangssperre gebracht hat. Im Moment schreitet die Epidemie voran. Eigentlich dachten wir vor 10 Tagen, dass es um den 13. April herum regional keine freien Intensivbetten mehr geben würde."

In ganz Frankreich gilt seit dem 17. März eine strenge Ausgangssperre, das sogenannte "confinement". Die Polizei überwacht, dass niemand außer zum Einkaufen der nötigsten Lebensmittel oder einen kurzen Gang um die Wohnung, zum Arbeiten (falls Home Office gar nicht möglich ist) oder für Arztbesuche nach draußen geht.

Deutschland und Schweiz haben Patienten aufgenommen

Zuvor hatten Deutschland und die Schweiz Patienten aus Frankreich aufgenommen. Die Frage, warum die Schweiz 30 Plätze für französische, aber keine für italienische Patienten bereitgestellt habe, beantworteten die Behörden der NZZ. Die Schweiz hatte auf die Bitte um Aufnahme von Lokalpolitikern wie Brigitte Klinkert aus dem Département Haut Rhin im Elsass reagiert - und aus Italien habe es keine Anfrage gegeben.