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Trotz 7.000 Infektionen: Schweiz nimmt Patienten aus dem Elsass auf

A French soldier of La Valbonne medical regiment
A French soldier of La Valbonne medical regiment   -   Copyright  SEBASTIEN BOZON/SEBASTIEN BOZON
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In Frankreich ist das Elsass besonders vom Coronavirus betroffen. Die Region Grand Est gilt als "point noir", als Problemgebiet in Sachen Coronavirus. Hier hat sich die Zahl der PatientInnen, die eine intensivmedizinische Versorgung benötigen, allein am Samstag um 38 Prozent auf 435 erhöht. Besonders überlastet ist das Krankenhaus in Mulhouse (Mühlhausen). Dort soll am Montagmorgen ein von der Armee auf einem Parkplatz vor dem Krankenhaus aufgebautes Feldlazarett getestet werden. Wenn die Tests gut verlaufen, können am Montagnachmittag die ersten Patienten in den Zelten untergebracht werden.

Schweizer Kantone leisten nachbarschaftliche Hilfe

Nach einer Anfrage aus dem Département Haut Rhin sind die drei Kantone Basel-Stadt, Basel-Landschaft und Jura bereit, jeweils zwei Covid-19-PatientInnen aus dem Elsass zu behandeln.

Viele hatten in den vergangenen Wochen einen Rückzug der Staaten auf rein nationale Interessen beklagt. Auf Twitter sprechen sich die PolitikerInnen der Grenzregionen für die grenzübergreifende Hilfe aus.

Dabei steigen die Infektionszahlen in der Schweiz weiter stark an. Dort gibt es - Stand Sonntagmittag - mehr als 7.000 bestätigte Fälle. 60 Menschen sind an Covid-19 gestorben.

Als erste Nachbarregion hatte Baden-Württemberg angeboten, PatientInnen aus Mulhouse (Mühlhausen) aufzunehmen. Die ersten beiden sind per Hubschrauber in Freiburg im Breisgau eingetroffen. Die Präsidentin des Département Hauts Rhin, Brigitte Klinkert, bedankt sich bei Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne).

Nun hat auch der Ministerpräsident des Saarlandes, Tobias Hans (CDU), den französischen Nachbarn Hilfe angeboten.

Weiterhin fliegt die französische Armee PatientInnen aus Mulhouse in andere Regionen aus. Auch aus Korsika werden schwere Fälle von Covid-19 abtransportiert.

Werden Sauerstoffflaschen knapp?

Im Sonntags-Blick warnen die Hersteller der Schweiz vor dem Mangel an Sauerstoffflaschen. Einige Kliniken würden die Flaschen aus Angst vor der Verknappung bereits horten, was ein Problem darstelle, erklärte Hans Michael Kellner (54), Chef des Gasunternehmens Messer in Lenzburg im Aargau und Präsident des Industriegaseverbands Schweiz "Wenn ein Spital mehr Sauerstoff braucht und ein Pflegeheim 1000 Flaschen im Lager hat, hilft das dem Spital nicht.", sagte Kellner in dem Interview.

Die Herstellung von Beatmunsgeräten wird in der Schweiz derzeit erhöht. "Wir ­priorisieren nach humanitären Gesichtspunkten und schauen, dass wir die Geräte dorthin liefern, wo die Not am größten ist", erklärte der Chef der Hamilton AG, Andreas Wieland. Das bedeutet im Moment vor allem Lieferungen nach Italien. Doch natürlich würden auch die Schweizer Spitäler mit ausreichend Beatmungsgeräten versorgt.