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Auf Katzen aufpassen: 2 Nerzfarmen nach Corona-Infektionen abgesperrt

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In den Niederlanden sind zwei Nerzfarmen geschlossen worden, denn offenbar haben sich dort sehr viele Tiere mit dem Coronavirus infiziert. Die Behörden gehen davon aus, dass Mitarbeiter - die an Covid-19 erkrankt waren - das Virus auf die Nerze übertragen haben.

Es handelt sich um eine Nerzfarm in Milheeze im Kreis Gemert-Bakel mit 13.000 Nerzen und einen Betrieb mit 7.500 Nerzen in Beek en Donk bei Laarbeek. Beide Orte liegen nordwestlich von Eindhoven.

Insgesamt gibt es zur Zeit noch 130 Nerzfarmen mit insgesamt etwas mehr als 800.000 Nerzen in den Niederlanden. Ab 2024 ist die Zucht von Nerzen in dem Land verboten.

Wie der Virologe Wim van der Poel, der auf Krankheiten spezialisiert ist, die vom Tier auf den Menschen übertragen werden, in der Zeitung de Volkskrant bestätigte, ergaben Gewebeproben der Nerze, dass sie mit SARS-CoV-2 infiziert waren. Das Risiko, dass sich Menschen bei Tieren anstecken, schätzt der Virologe als gering ein. Es werde aber weiter erforscht, ob von den Nerzen eine Gefahr für Menschen ausgehen könne, so van der Poel.

Der Virologe will auch untersuchen, ob die schlechte Luftqualität und die Schweinepest in der Region der Nerzfarmen in Zusammenhang mit den Coronavirus-Infektionen stehen könnten.

Nerze leiden unter Magen-, Darm und Atemproblemen

Landwirtschaftsministerin Carola Schouten erklärte, dass die beiden Betriebe eine erhöhte Sterblichkeit unter ihren Nerzen verzeichnet hatten. Die marderähnlichen Tiere litten nach Angaben der Ministerin unter Magen-, Darm- und Atembeschwerden.

Die Landwirtschaftsministerin rief BesitzerInnen von Katzen im niederländischen Fernsehen NOS zu besonderer Wachsamkeit auf, da infizierte Menschen das Virus auf die Tiere übertragen können.

Covid-19-PatientInnen sollen Abstand zu ihren Katzen halten, sie möglichst nicht nach draußen lassen und die Tiere genau beobachten.

Der Fall einer infizierten Katze hatte im Nachbarland Belgien für Schlagzeilen gesorgt. Zudem waren in New York in einem Zoo Tiger und Löwen an Covid-19 erkrankt.

Die Ministerin für Landwirtschaft, Natur und Lebensmittelqualität hat eine Meldepflicht für Zuchtbetriebe mit Verdacht auf Coronavirus-Infektionen eingeführt. Als Vorsichtsmaßnahme rät das Ministerium, im Umkreis von etwa 400 Metern um infizierte Nerzfarmen vorerst nicht mit dem Fahrrad oder zu Fuß unterwegs zu sein, bis die Ergebnisse der Luftproben vorliegen.