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Endgültig Geschichte: Kühltürme des AKW Philippsburg gesprengt

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Endgültig Geschichte: Kühltürme des AKW Philippsburg gesprengt
Copyright  Sebastian Gollnow/ dpa
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Jahrzehntelang gehörten die beiden Kühltürme des Atomkraftwerk Philippsburg zum Landschaftsbild - nun sind die Geschichte. Um 6 Uhr 5 am Donnerstagmorgen wurde der erste Turm gesprengt, wenige Sekunden später folgte der zweite.

Die Explosionen waren nach der Abschaltung des AKW zum Jahresende 2019 vorbereitet worden. Der Betreiber EnBW hatte den genauen Zeitpunkt jedoch nicht genannt, um Menschenansammlungen wegen der Corona-Krise zu vermeiden.

Noch nachts kurz vor Sprengung nutzen Greenpeace-AktivistInnen die Aufmerksamkeit, um für den Ausbau der Erneuerbaren Energien zu werden - und sich von einem ungeliebten Kapitel zu verabschieden. EnBW bedankte sich:

AKW weicht Umspannwerk für Windstrom

Auf dem Gelände soll nun ein Umspannwerk entstehen, in dem Windstrom aus Norddeutschland zur Verteilung im Süden umgewandelt werden soll.

Das Atomkraftwerk Philippsburg 2 hatte ein Sechstel des Strombedarfs in Baden-Württemberg gedeckt und etwa zwei Drittel des Strombedarfs der privaten Haushalte. In Baden-Württemberg läuft seit Januar nur noch der Meiler Neckarwestheim II im Kreis Heilbronn. Abriss und Rückbau aller Südwest-Atommeiler wird die EnBW rund sieben Milliarden Euro kosten und Jahrzehnte dauern.

Insgesamt sind in Deutschland noch sechs AKW am Netz, bis spätestens Ende 2022 müssen alle stillgelegt sein. Die Bundesregierung hatte den beschleunigten Atomausstieg nach der Reaktorkatastrophe im japanischen Fukushima im Jahr 2011 beschlossen.