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Jodtabletten für 2,2 Mio. Franzosen in der Nähe von Atomkraftwerken

Jodtabletten für 2,2 Mio. Franzosen in der Nähe von Atomkraftwerken
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Frankreich wird rund 2,2 Millionen Menschen, die in der Nähe von Kernkraftwerken leben, kostenlose Jodtabletten ausgeben. Das soll sie im Falle eines Unfalls vor der Anreicherung radioaktiven Jods in der Schilddrüse schützen.

Im Jahr 2016 hat Frankreich Jodtabletten an Menschen im Umkreis von 10 Kilometern verteilt. Jetzt wurde entschlossen, den Radius auf 20 Kilometer zu erweitern.

Die Atomaufsichtsbehörde des Landes ASN sagte am Dienstag, dass Anwohner in einem Umkreis von 10 bis 20 Kilometern um eines der 19 Kernkraftwerke des Betreibers EDF leben Briefe erhalten werden, in dem sie darüber informiert werden, dass sie die Tabletten von der nächsten Apotheke abholen können. Auch rund 200.000 Institutionen in den Regionen, darunter Schulen, werden das Jod erhalten.

Bei Atomunfällen wird radioaktives Jod in die Atmosphäre abgegeben, das beim Einatmen oder Verschlucken durch die Schilddrüse in späteren Jahren Krebs verursachen kann.

Wenn die Schilddrüse mit stabilem Jod gesättigt ist, absorbiert sie das radioaktive Jod nicht mehr.

Laut ASN sollen Menschen im Falle eines Atomunfalls Schutz in Gebäuden suchen und ihre Kinder nicht von der Schule abholen.

Frankreich verlässt sich wie kein anderes Land weltweit auf die Atomkraft: Drei Viertel des Stroms werden von den 58 Kernreaktoren der staatlichen EDF in 19 über das ganze Land verteilten Anlagen erzeugt.

Mit Fessenheim und Cattenom liegen auch zwei Kraftwerke nahe der Grenze mit Deutschland.

Zuvor wurden in den Niederlanden aus Sorge um ein belgisches AKW für Jodtabletten gesorgt.