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Quarantänestation für Obdachlose

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Quarantänestation für Obdachlose
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Es ist eine symbolische Geste - doch durch die Corona-Pandemie bekommt ein Raum in Budapest eine sehr konkrete Bedeutung. Er befindet sich im Erdgeschoss des Rathauses von Budapest und schon bald können hier Obdachlose eine zweiwöchige Quarantäne verbringen.

Die Obdachlosenheime haben seit Beginn der Pandemie keine neuen Bewohner mehr aufgenommen", erklärt der Sozialarbeiter Zoltán Gurály von der Menhely Foundation. "Die Situation in einem solchen Heim ist ganz anders als in einer Wohnung. Es ist schwierig, Abstand zu halten, deswegen bleiben die meisten Unterkünfte vollständig geschlossen. Das bedeutet, dass diejenigen, die drinnen waren, drinnen bleiben und drei Mahlzeiten am Tag bekommen, aber sie dürfen nicht rausgehen und wiederkommen."

Diejenigen, die draussen auf der Straße geblieben sind, suchen jetzt vergelblich nach einer Unterkunft.

"Natürlich würde ich gerne rein dürfen, ich bin seit Wochen auf der Straße. Ich kann meine Kleidung nirgends waschen oder frische bekommen- deshalb wäre ich natürlich gerne drinnen", sagt eine obdachlose Frau.

Bald können hier einige Obdachlose unterkommen. Nach zwei Wochen im Quarantäneschutz bekommen die Menschen dann die Möglichkeit - wenn sie nicht erkranken- in ihre gewohnte und abgeschottete Obdachlosenunterkunft zurückzukehren.

"Es wurden bereits viele Coronavirus-Tests durchgeführt, insgesamt etwa fünftausend bei Obdachlosen und denen, die mit ihnen arbeiten. Ausserdem versuchen wir die Überbelegung von Heimen zu verringern und die Obdachlosen besser zu schützen, die aufgrund ihres Alters oder ihrer chronischen Krankheit zur Risikogruppe gehören", so Bálint Misetics, ein leitender Berater des Oberbürgermeisters von Budapest.

In Budapest gab es die meisten Coronavirus- Infizierten in Ungarn, dank der Abschottung aber nur wenige in den Obdachlosenunterkünften. Seit Montag wurde nun auch in der Hauptstadt die Ausganssperre gelockert - wie bereits vor zwei Wochen im ganzen Land.