Eilmeldung
This content is not available in your region

Proteststurm gegen Quarantänepflicht: "Politischer Stunt von Dominic Cummings"

euronews_icons_loading
Proteststurm gegen Quarantänepflicht: "Politischer Stunt von Dominic Cummings"
Copyright  Will Oliver/MTI/MTVA
Schriftgrösse Aa Aa

Kaum ist sie in Kraft getreten, hagelt es harsche Kritik an der Quarantänepflicht in Großbritannien.

Alle Einreisenden, auch Briten, müssen sich nach der Ankunft registrieren lassen und für zwei Wochen in Selbstisolation begeben.

Die britische Innenministerin Priti Patel will dadurch verhindern, dass es zu einer zweiten Welle von Coronavirus-Infektionen kommt. Großbritannien ist in Europa das Land mit den meisten Todesfällen in Zusammenhang mit dem Virus.

Eine Passagierin aus den USA äußerte auf dem Londoner Flughafen Heathrow Zweifel an der Wirksamkeit: "Ich meine, das hätte wahrscheinlich viel früher in Kraft treten sollen. Die Maßnahme kommt ziemlich spät. Ich frage mich auch, wie sie sie durchsetzen wollen. Ich glaube, es ist nicht sehr realistisch, dass sie in der Lage sein werden, all die Leute zu kontrollieren, die hierher kommen."

Wenige Ausnahmen

Ausgenommen von der Regel sind eine Handvoll Berufsgruppen wie Fernfahrer, medizinisches Personal und Erntehelfer sowie irische Staatsangehörige, Bewohner der Isle of Man und der Kanalinseln.

Ryanair-Chef Michael O'Leary warnte vor einem unermesslichen Schaden für die Luftfahrtbranche und den Tourismus: "Einreisende auf britischen Flughäfen füllen das Formular mit einer falschen Adresse, einer falschen Telefonnummer aus, und dann winkt die Innenministerin sie durch. Zur Londoner U-Bahn, dem Gatwick Express, dem Heathrow Express, damit sie zu Sainsbury's, zum Strand, zum Golfplatz fahren. Es ist keine Quarantäne sondern ein Witz. Und auch heute noch gibt ihr eigenes Innenministerium zu, dass sie nicht durchführbar, nicht kontrollierbar und völlig wirkungslos ist. Es ist ein politischer Stunt, der von Dominic Cummings entworfen wurde, um die Tatsache zu verschleiern, dass sie selbst sowieso keine Quarantäne einhalten".

BA droht mit rechtlichen Schritten

Die Fluggesellschaft British Airways rief die Regierung auf, die Maßnahme rückgängig zu machen und drohte mit rechtlichen Schritten. Easy Jet und Ryanair schlossen sich dem Appell an, ebenso die Kampagne Quash Quarantine, die nach eigenen Angaben 500 Reiseunternehmen repräsentiert.

Ryanair will "alle rechtlichen Schritte" gegen die britische Regierung unterstützen:

Priti Patel stellte sich trotz der Kritik hinter die Quarantänepflicht. Die Wirksamkeit der Maßnahme will sie Ende Juni überprüfen.