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Doppelt düster bei Renault

Doppelt düster bei Renault
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Von Ryan Thompson
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Ghosn-Skandal und Coronakrise: Renault hat schwer zu kämpfen, und das nicht erst seit Corona.

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Wir sind bei einem Renaulthändler in Paris. Das junge Paar will sich einen Wagen anschaffen. Doch ob es ein Renault wird, da sind sich Nora und Romain Sotard nicht sicher.

Romain sagt: "Dass wir ein Auto kaufen wollen, war schon länger klar. Der Lockdown hat es jetzt noch beschleunigt. Wir wollen einfach auch mal raus aus Paris."

Nachdem sie sich die Modelle näher angeschaut haben, beschließen sie, doch lieber noch bei Volvo oder Fiat vorbeizuschauen.

So wie Nora und Roumain - nämlich gegen ein Renault - entscheiden sich viele, denn die Zahlen des französischen Autobauers sehen schlecht aus.

Vor der Coronakrise hatte Renault in Europa 321.000 Autos verkauft, 36 Prozent weniger als im Vergleichsquartal im Vorjahr.

Denn schon seit der Festnahme des einst so mächtigen Carlos Ghosn ging es mit Renault bergab und zwar weltweit.

2019 war mit einem Verlust von 150 Millionen Euro das schlechteste Jahr im vergangenen Jahrzehnt.

Analystin Anna-Marie Baisden von Fitch Solutions erklärt: “Das Geschäft lief schon vor Corona nicht mehr. Renault suchte schon vor Corona nach einem Ausweg aus dem Schlamassel. Auf Grund der Macht der Gewerkschaften und weil der Staat Unternehmensanteile von Renault hält, ist es für die Marke schwierig, Veränderungen durchzudrücken, die andere Marken leichter über die Bühne bringen."

Die Autoindustrie ist für Frankreich extrem wichtig, schafft sie doch mehr als eine Million Arbeitsplätze. Der französische Staat versucht sein Möglichstes. Für Renault heißt das: ein 5-Milliarden-Euro-Hilfspaket, um die Produktion in Frankreich zu halten. Doch es gibt weitere Bedingungen, es soll auch umweltfreundlich produziert werden.

Der französische Staatspräsident Emmanuel Macron: "Wir wollen, dass Frankreich führend auf dem Markt der sauberen Autos in Europa wird. Wir wollen pro Jahr mehr als eine Million Elektromobile, Hybrid- und Plug-in-Hybridfahrzeuge produzieren."

Auch potentielle Kunden wie Romain und Nora will Macron mit diversen Zuschüssen zum Kauf eines solchen Wagens bewegen. Gegen Hybrid hätten sie nichts, sagen die beiden jungen Menschen aus Paris. Doch einen Renault finden sie schlichtweg zu teuer.

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