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Paris: Schwester von Adama Traoré bringt Tausende auf die Straße

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Paris: Schwester von Adama Traoré bringt Tausende auf die Straße
Copyright  AP Photo/Thibault Camus
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In der französischen Hauptstadt sind tausende Menschen – nach Medienberichten (l’Express) laut Polizei 15.000 - auf die Straße gegangen, um gegen Rassismus und Polizeigewalt zu demonstrieren. Zu der Kundgebung aufgerufen hatte die Schwester von Adama Traoré.

Der 24-jährige war 2016 in der Region Paris bei seiner Festnahme gestorben. Sie verglich den Fall ihres Bruders mit dem gewaltsamen Tod des Afroamerikaners George Floyd in den USA. Die Demonstranten wollten vom Place de la Republique zur Oper, wurden aber von der Polizei daran gehindert.

Rechte Gegendemonstranten entfalteten von einem Dach ein großes Transparent, auf dem sie den Demonstranten «Anti-Weißen-Rassismus» vorwarfen. Es wurde vom Balkon der darunter liegenden Wohnung aus zerschnitten, vermutlich von den Bewohnern.

Daraufhin kam es zu Zusammenstößen mit der Polizei, die Tränengas einsetzte. Weitere Kundgebungen wurden aus Marseille, Lyon, Montpellier und Bordeaux gemeldet.

Das heute ist eine Kundgebung, um rassistische Gewalt anzuprangern
Assa Traoré
Gruppe "Wahrheit für Adama"

Assa Traoré, Gruppe "Wahrheit für Adama":

"Das heute ist eine Kundgebung, um die Verweigerung der Gerechtigkeit anzuprangern. Das heute ist eine Kundgebung, um Polizeigewalt anzuprangern. Das heute ist eine Kundgebung, um soziale Gewalt anzuprangern. Das heute ist eine Kundgebung, um rassistische Gewalt anzuprangern."

Magali Hachellaf, Lehrerin:

"Der Kampf gegen die Brutalität der Polizei ist nicht nur Sache von Schwarzen und Arabern. Unser ganzes Volk, und Menschen aus anderen Ländern sollten diese Ungerechtigkeit bekämpfen. Wir alle sollten auf Gerechtigkeit und Wahrheit bestehen."

PARALLELEN ZU GEORGE FLOYD

Bereits am vergangenen Wochenende waren in Frankreich 23.000 Menschen gegen Polizeigewalt auf die Straße gegangen. Die Proteste entzündeten sich an einer neuen Untersuchung, die Polizisten für den Erstickungstod von Adama Traoré verantwortlich macht. Viele der Demonstranten sehen Parallelen zum Tod George Floyds in den USA.

su mit AFP