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Spionage: Gericht in Russland verurteilt US-Bürger Whelan zu 16 Jahren Haft

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Paul Whelan ARCHIV
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Ein russisches Gericht hat den US-Amerikaner Paul Whelan an diesem Montag zu 16 Jahren Haft wegen Spionage verurteilt. Der ehemalige US Marine soll geheime Informationen an die USA weitergegeben haben. Der US-Botschafter in Russland, John J. Sullivan, ist entsetzt:

Ich bin mit dem Fall vertraut, seit ich im Januar als Botschafter hier angekommen bin. Für mich hat dieses Verfahren schon immer die Gerechtigkeit verhöhnt - das ist jetzt bestätigt worden. Ein US-Bürger ist zu 16 Jahren Haft verurteilt worden - für ein Verbrechen, für das es nie Beweise gab.
John J. Sullivan
US-Botschafter in Russland

Die Staatsanwaltschaft hatte 18 Jahre Straflager gefordert. Der 50-Jährige soll als Agent in Russland tätig gewesen sein. Er sei auf frischer Tat ertappt worden: mit geheimen Informationen auf einem USB-Stick. Paul Whelan will aber nach Angaben seines Anwalts nur private Inhalte transportiert haben.

Der Richter hat sich nicht der Rechtsprechung bedient, deshalb überlegen wir, gegen diese Entscheidung Berufung einzulegen. Spätestens in einer Woche werden wir entscheiden, ob wir das tun, denn es wird bereits über einen Austausch spekuliert. Falls wir in Berufung gehen, könnten dann rund zwei Monate vergehen, in denen Paul weiterhin hierbleiben müsste.
Wladimir Scherebenkow
Anwalt von Paul Whelan

Paul Whelan hat sowohl einen US-amerikanischen als auch einen kanadischen, einen britischen und einen irischen Pass. Die Botschafter dieser Länder hatten ein faires Verfahren gefordert.