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"Lauter als das Virus": Fête de la Musique 2020

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"Lauter als das Virus": Fête de la Musique 2020
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Kein Regen konnte sie abhalten und keine Corona-Regeln. Tausende Franzosen feierten pünktlich zum Sommerbeginn die traditionelle Fête de la Musique.Und ließen die in diesem Jahr geltenden Distanzierungs- und Mundschutzregeln, na ja, so ziemlich außer Acht.

Menschenansammlungen sind in Frankreich eigentlich immer noch verboten. Bars, Restaurants und Cafés durften dennoch mit Ausnahmegenehmigung Platten auflegen. Schnell bildeten sich Dancefloors vor dem Ausschank.

DJ Mickaël: "Wir haben Hinweisschilder aufgehängt und verschiedene Bereiche abgegrenzt. Alles kontrollieren können wir nicht. Die Leute sind da. Das ist doch das Wichtigste, dass die Fête de la Musique weiterlebt!"

Die Musik spielte lauter als das Virus, zumindest einen Abend lang. Im weiteren Sinne ist es die Kultur, die wieder zum Leben erwacht, mit Kinos und Theatern, die an diesem Montag in Frankreich wieder öffnen dürfen. Ebenso einige der berühmtesten Museen des Landes.

"Wir haben es so vermisst"

Spontankonzerte, die für gewöhnlich den Charme des Musikevents ausmachen, waren in diesem Jahr verboten. Nach wochenlangem Lockdown ausgehungerte Hobbymusiker und Bands setzten sich kurzerhand darüber hinweg.

"Wir haben es so vermisst", gesteht Tuba-Bläser Gilles", und jetzt fühlen wir uns so gut. Eigentlich dürften wir ja nicht hier sein, sind wir aber trotzdem."

Geordneter ging es bei einem der offiziellen Events vor dem Pariser Institut du Monde Arabe zu: Karaoke mit Riesenleinwand - und Mindestabstand. Mit dabei Jack Lang, der Schöpfer der Fête de la Musique anno 1982 und der aktuelle französische Kulturminister, Franck Riester.

"Musik hat uns dabei geholfen, den Lockdown zu überstehen, es war wichtig, sich hier wieder zu versammeln und unter Einhaltung der Sicherheitsregeln gemeinsam zu singen und zu tanzen und die zu feiern, die uns so viel Freude schenken: Musiker und Künstler."

Ärger über die Sorglosen

Dass die Menschen derart sorglos auf der Straße und in Parks feierten und dabei die mühsam aufgebauten Corona-Regeln über den Haufen warfen, stößt am Tag danach zum Teil auf harsche Kritik.

Bilder aus Pariser Parks oder vom voll besetzten Ufer des Canal Saint Martin machten in den sozialen Netzwerken die Runde: dichte Menschenmassen, wie bei einem Open-Air-Festival. Das war eigentlich nicht so geplant.

Ob dies der Anfang der zweiten Welle sei fragen besorgte Twitter-User. Ärzte, die noch vor Kurzem an der Corona--Front kämpften, wundern sich über so viel Leichtsinn.