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Kroatien: Parlamentswahl im Schatten der Coronakrise

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Kroatien: Parlamentswahl im Schatten der Coronakrise
Copyright  Sasa Kavic/AP Photo
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Am Sonntag wählt Kroatien ein neues Parlament. Eigentlich wäre die Legislaturperiode erst im Oktober zu Ende gegangen, doch Mitte Mai beschlossen die Abgeordneten die vorzeitige Auflösung des Parlaments - und Neuwahlen Anfang Juli wegen der günstigen Entwicklung der Corona-Infektionszahlen.

Regierung setzte auf Zuspruch wegen der Pandemiebekämpfung

Doch inzwischen hat sich die Lage wieder verschlechtert. Und ist zum Wahlkampfthema geworden, wie der politische Beobachter Kresimir Macan erklärt. "Mitten im Wahlkampf stieg die Zahl der Covid-19-Fälle in Kroatien wieder an. Und die Opposition warf der Regierung vor, die Pandemiebekämpfung als Wahlkampfargument auszuschlachten."

Die konservative Regierung von Ministerpräsident Andrej Plenkovic muss um die Wiederwahl bangen. Meinungsforscher sehen ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen der Regierungspartei HDZ und der linksgerichteten Koalition "Restart" um die Sozialdemokratische Partei (SDP), der sich auch die liberalen Parteien GLAS und IDS angeschlossen haben. Die ultra-nationalistische "Heimatbewegung" des völkischen Popsängers Miroslav Skoro könnte zur dritten Kraft werden.

Erdbeben vom März ebenfalls Wahlkampfthema

Im März wurde Kroatien zudem von einem Erdbeben heimgesucht, unterstreicht Euronews-Reporter Jorgen Samso."Die Straßenbahnen in Zagreb sind seit Kurzem wieder in Betrieb und die Gebäude halten den von den Zügen erzeugten Vibrationen stand. Doch die Frage des Wiederaufbaus hat den Wahlkampf erschüttert - vor allem auf der linken Seite der wichtigsten Oppositionspartei SDP".

Sasa Kavic/Copyright 2020 The Associated Press. All rights reserved

Dazu Kresimir Macan: "Das Erdbeben hat der Linksgruppierung Mozemo Aufwind gegeben, dass die Menschen ihre Häuser nicht wieder aufbauen können, dass kein Geld dafür vorhanden, wurde ziemlich effizient ausgeschöpft - was der SDP stimmen kosten könnte."

Ein klares Ergebnis wird am Wahlabend nicht erwartet, meint Macan. "Wir werden wissen, wer welche Mandate gewonnen hat, aber wie es ausgehen wird, auf keinen Fall. Am Sonntag wird es mehr Fragen als Antworten geben."