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Wahl inmitten der Krise: Wer macht das Rennen in Kroatien?

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Wahl inmitten der Krise: Wer macht das Rennen in Kroatien?
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Kroatien wählt ein neues Parlament - inmitten einer Wirtschaftskrise. Der Tourismus ist durch die Corona-Pandemie eingebrochen, das Land steuert auf eine schwere Rezession zu.

Rechtsnationale könnten Königsmacher werden

Regierungschef Andrej Plenkovic hofft, mit seiner konservativen HDZ an der Macht bleiben zu können. Er hatte die Parlamentswahl von Ende des Jahres auf jetzt vorgezogen, da sich die Kroaten zufrieden mit seinem Corona-Kurs gezeigt hatten. Doch inzwischen hat sich die Stimmung gedreht.

In den Umfragen haben die oppositionellen Sozialdemokraten von Davor Bernardic die Regierungspartei knapp überholt. Wer auch immer das Rennen macht - er wird auf Koalitionspartner angewiesen sein. Zum Königsmacher könnte der frühere Folk-Sänger Miroslav Skoro mit seiner rechtsnationalen "Heimatbewegung" werden. Laut Umfragen kann er mit Platz drei rechnen.

"Nichts wird sich ändern"

Die meisten Kroaten erhoffen sich nicht viel von der Wahl. Eine Rentnerin sagt: "Ich glaube, nichts wird sich ändern, absolut nichts."

Die Psychologin Zrinka Pukljak ist beim Verlassen des Wahllokals etwas optimistischer: "Ich bin sehr gespannt auf die ersten Hochrechnungen. Ich glaube nicht, dass wir jemals ein knapperes Rennen hatten. Das war nicht gerade ein günstiger Zeitpunkt, um diese Wahl abzuhalten - auch wenn ich verstehe, warum die Regierung sich dazu entschieden hat."

Corona-Gefahr unterschätzt?

Vor dem Betreten des Wahllokals scherzte Regierungschef Plenkovic noch: Er habe kein Fieber und sei guter Hoffnung, niemanden mit dem Coronavirus anzustecken. Aber lustig ist die Situation in Kroatien eigentlich nicht. Allein in den vergangenen Tagen gab es Dutzende neue Fälle.

Dass er diese zweite Virus-Welle unterschätzt, könnte Plenkovic seinen Posten als Regierungschef kosten. Erste Prognosen werden nach Schließung der Wahllokale um 19 Uhr erwartet, Ergebnisse erst am späten Abend.