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6 der 10 größten EU-Klimasünder kommen aus Deutschland

6 der 10 größten EU-Klimasünder kommen aus Deutschland
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Von den zehn größten CO2-Sündern der EU kommen sechs aus Deutschland. Im Ranking der Organisation Transport & Environment (T&E) belegen die Kohlekraftwerke Neurath, Niederaußem, Jänschwalde, Weisweiler und Boxberg die Plätze zwei bis sechs.

Das Kraftwerk Schwarze Pumpe in Brandenburg folgt auf Rang neun. Schmutziger als die deutschen Anlagen ist nur Bełchatów in Polen, das größte Braunkohlekraftwerk der Welt.

Klimasünder Schiff

Zum ersten Mal auf der Liste ist die italienisch-schweizerische Container- und Kreuzfahrtreederei Mediterranean Shipping Company (MSC). Laut T&E pustete MSC im vergangenen Jahr 10,72 Millionen Tonnen Kohlenstoffdioxid in die Luft und belegte damit Platz 7.

An achter Stelle folgt die irischen Fluggesellschaft Ryanair, die für den Ausstoß von 10,53 Millionen Tonnen CO2 verantwortlich ist.

Der CO2-Fußabdruck der Schifffahrt werde oft unterschätzt, betonte T&E. "Der Energiesektor und andere Sektoren reduzieren ihre Emissionen Jahr für Jahr als Reaktion auf EU-Vorschriften, aber die Verschmutzung durch die Schifffahrt bleibt unangetastet", sagte Faïg Abbasov, Schifffahrtsmanager bei T&E.

Abbasov forderte die Europaabgeordneten auf, für ein System zu stimmen, das "endlich dafür sorgt, dass Schiffe für ihre Emissionen bezahlen und das Geld wieder in sauberere Boote investieren". Der CO2-Austoß von Schiffen wird durch die EU-Verordnung zur Überwachung, Berichterstattung und Überprüfung (MRV) geregelt.

Müssen bald auch Schiffe für Emissionen zahlen?

Diese MRV-Verordnung wird momentan überarbeitet. Mehrere EU-Abgeordnete fordern, die Regeln für die Schifffahrt zu verschärfen und die Reedereien für ihre Klimasünden zur Kasse zu bitten.

Seit gestern stimmt der zuständige Ausschuss im EU-Parlament über einen Entwurf der deutschen Grünen-Politikerin Jutta Paulus zum Thema ab. Ziel ist es, den Schifffahrtssektor über die MRV schneller in das Emissionshandelssystem der EU (ETS) zu integrieren.

Wie funktioniert Emissionshandel?

Bislang gilt das ETS nur für Anlagen der Schwerindustrie, Kraftwerke zur Stromerzeugung und seit 2012 auch für Fluggesellschaften. Der Seeverkehr ist beim Emissionehandel außen vor.

Dieser funktioniert konkret so: Kraftwerke, Fabriken oder Fluggesellschaften brauchen Verschmutzungsrechte für jede Tonne CO2, die sie in die Luft blasen. Die Gesamtmenge dieser Zertifikate sinkt Jahr für Jahr entsprechend der Klimaziele.

Werden die Zertifikate knapper, steigt ihr Preis. So wird zum Beispiel Stromerzeugung mit viel Kohlendioxid wie bei der Kohle und der Umstieg auf Alternativen lohnend. Eine Reform hatte zuletzt die Zertifikatemenge verringert und den Preis hochgetrieben.

Für die geplante Erhöhung der Klimaziele für 2030 sollten die Zertifikate schneller verringert werden als bisher vorgesehen, sagen Umweltschützer. Bisher seien immer noch zu viele Verschmutzungsrechte auf dem Markt.