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Anwalt soll Sohn von Richterin im Fall Epstein-Deutsche Bank getötet haben

Medienvertreter vor dem Haus der Familie Salas: Ein Anwalt gilt als Hauptverdächtiger im Mord an dem 20-jährigen Sohn der Richterin Esther Salas.
Medienvertreter vor dem Haus der Familie Salas: Ein Anwalt gilt als Hauptverdächtiger im Mord an dem 20-jährigen Sohn der Richterin Esther Salas.   -   Copyright  Mark Lennihan/AP
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Der Sohn einer US-Richterin, die eine Klage gegen die Deutsche Bank im Zusammenhang mit Finanzgeschäften mit Jeffrey Epstein beaufsichtigt, ist offenbar von einem Anwalt erschossen worden.

Das FBI untersucht die tödliche Schießerei in dem Haus von Richterin Esther Salas in New Jersey. Neben dem Sohn der Juristin wurde auch der Ehemann angeschossen und verletzt, er schwebt in Lebensgefahr.

Salas befand sich zur Tatzeit offenbar im Keller des Hauses. Sie war unter anderem mit der Sammelklage beauftragt, die am 15. Juli vor einem Bezirksgericht in New Jersey gegen die Deutsche Bank im Namen angeblich geschädigter Anleger im Zusammenhang mit Jeffrey Epstein eingereicht wurde.

Die Kläger fordern eine Entschädigung für Kursverluste, die angeblich durch Verstöße gegen US-Wertpapiergesetze verursacht wurden. Der Deutschen Bank wird vorgeworfen, falsche und irreführende Aussagen über ihre Anti-Geldwäsche-Praktiken gemacht zu haben.

Das FBI nannte kein in Frage kommendes Motiv für die Schießerei, erklärte aber in einem öffentlichen Aufruf, dass "nach einem Verdächtigen" und weiteren Informationen gesucht werde.

US-Medienberichten zufolge war der Schütze als Fahrer eines FedEx-Lieferwagens getarnt. Er soll beim Öffnen der Haustür das Feuer eröffnet und Daniel Anderl, den 20-jährigen Sohn von Salas, tödlich verletzt haben.

CNN berichtete, dass Ermittler einen Anwalt als Hauptverdächtigen ausgemacht haben. Der Mann soll sich nach dem Vorfall selbst getötet haben. Auf seiner Internetseite beschreibt er sich als "Anti-Feminist", der sich für die Rechte von Männern einsetzt, "bevor ihnen keine mehr bleiben".

Ob es einen Zusammenhang zwischen dem Mord am Richter-Sohn und dem Fall Epstein gibt, ist nicht bekannt.

Mark Anderl, ein Strafverteidiger, wurde ebenfalls angeschossen und verletzt. Er wurde in ein Krankenhaus in der Nähe des Hauses in New Brunswick, im Bundesstaat New Jersey, gebracht.

In einem Tweet schrieb der Gouverneur des Bundesstaates, Jim Murphy: "Wir sind in Gedanken bei Richterin Salas und ihrer Familie." Die Tat nannte der Demokrat, der sich öffentlich gegen Waffen positioniert, "sinnlos".

Die Deutsche Bank sieht sich aufgrund ihrer Verbindungen zu Jeffrey Epstein, der wegen Sexualverbrechen verurteilt wurde und später in Haft starb, mit weiteren rechtlichen Schritten konfrontiert.

Die New Yorker Finanzaufsichtsbehörde verhängte am 7. Juli eine Geldbuße von 150 Millionen US-Dollar (133 Millionen Euro) gegen die Deutsche Bank wegen erheblicher regulatorischer Verstöße, darunter auch Verstöße im Zusammenhang mit Geschäftsbeziehungen zu Epstein.

Die Behörde warf dem Finanzinstitut vor, trotz seiner bekannten kriminellen Vorgeschichte Geschäfte mit Epstein gemacht zu haben, anstatt dubiose Zahlungen unter anderem an russische Models, Frauen mit osteuropäischen Nachnamen und Einzelpersonen, denen eine Mitschuld am Missbrauch junger Frauen gegeben wird, zu verhindern.

Ein Sprecher der Deutschen Bank wollte sich wegen des laufenden Gerichtsverfahrens nicht zu der neuen Klage äußern.

"Es war ein Fehler, Jeffrey Epstein 2013 als Kunden zu akzeptieren", hatte ein Unternehmenssprecher nach der Geldstrafe eingestanden. "Wir erkennen zudem die festgestellten Schwächen in unseren Prozessen an und haben aus unseren Fehlern gelernt."