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Jung & an Covid-19 erkrankt: Guillermo (28) leidet seit 4 Monaten

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Jugendliche in Barcelona
Jugendliche in Barcelona   -   Copyright  Felipe Dana/Copyright 2020 The Associated Press. All rights reserved.
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In Spanien steigt die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus wieder an. Regionalregierungen haben Beschränkungen erlassen, so ein Rauchverbot auch im Freien, Maskenpflicht in der Öffentlichkeit. Viele sprechen von der zweiten Welle. Neu ist: Nun sind vor allem Menschen unter 35 Jahren betroffen.

Guillermo Gruschka ist erst 28, doch er kämpft mit den Folgen einer Infektion mit dem Coronavirus. Angesteckt hat er sich im März, als noch wenig über Covid-19 bekannt war. Nach einer Lungenentzündung befindet er sich nun auf dem Weg der Besserung.

"Schmerzen, als sei ich geschlagen worden"

"Ich hatte nicht die Kraft aufzustehen oder Sport zu machen", berichtet Guillermo. "Mein Körper tat weh, als ob man mich geschlagen hätte. Die Lymphknoten im Hals und in den Achseln waren über Monate geschwollen. Wenn ein junger Mensch für vier, fünf Monate im Bett bleiben muss, dann kann man sich vorstellen, wie es älteren Menschen ergeht. Man muss sehr vorsichtig sein".

Nur drei Monate nach Ende des Lockdowns steigt die Zahl der Infektionen wieder an. Diesmal trifft es vor allem junge Menschen. Die Lockerung der Maßnahmen zur Eindämmung des Virus haben ihren Teil dazu beigetragen. Wir haben Guillermo eines der Videos von offenbar sorglos feiernden Jugendlichen gezeigt:

"Ich kann mir nicht vorstellen, dass so etwas unbewusst passiert. Vielleicht fühlen sich die Leute nicht verwundbar. Sie denken, dass es sie nicht betrifft, dass es im Ernstfall nicht so schlimm werden wird. Da wird man leichtsinnig. Aber das geht über die eigenen Gefühle hinaus, das ist ein absoluter Mangel an Rücksichtnahme."

Neuinfektionen bei Menschen unter 35 Jahren

Trotz der laufenden Aufklärungskampagnen sind die meisten der Neuinfizierten in Spanien unter 35. Vier von fünf Infektionen können nicht zurückverfolgt werden. Experten warnen junge Menschen, sich an die Isolation zu halten - selbst wenn keine Symptome vorliegen.

Javier García Fernández ist Chefarzt der Anästhesie und der Chirurgie im Krankenhaus Puerta de Hierro in Madrid:

"Wer Kontakt hatte und keine Symptome spürt, soll sich für 15 Tage in Isolation begeben. Aber niemand hält sich daran. Man fragt: Warum denn? Ich habe keine Beschwerden. Wir wissen, dass private und öffentliche Feiern das Virus jetzt am stärksten verbreiten. Von dort bringt man das Virus in die Familie und steckt den Vater oder Großvater an. Und dann sterben sie. Wir wird man für den Rest des Lebens damit leben können?"

Auf Twitter hält das spanische Gesundheitsministerium die Bevölkerung über die Entwicklung auf dem Laufenden:

Kliniken sind alarmiert

In den vergangenen Tagen wurden in Spanien immer mehr Neuinfektionen gemeldet, es werden wieder viel mehr Covid-19-Patienten in Krankenhäuser eingelieftert. Kliniken stocken die Zahl an Betten und Personal auf, viele Regionalregierungen haben weitere Beschränkungen erlassen. Nicht nur im Baskenland und der Extremadura wird eine zweite Welle befürchtet.

"Es sind entscheidende Stunden und Tage in Spanien - die Bevölkerung dürfte die harten Tage des Lockdowns noch deutlich in Erinnerung haben. Die Behörden tun alles, um weitere Infektionen zu vermeiden und das Gesundheitssystem vor dem Zusammenbruch zu bewahren", so der euronews-Reporter Jaime Velazquez vor Ort.