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Migration auf die Kanarischen Inseln um 550 % gestiegen

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Migration auf die Kanarischen Inseln um 550 % gestiegen
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Die Zahl der Migranten, die auf den Kanarischen Inseln ankommen, ist laut einer Erhebung der Nachrichtenagentur AP im Vergleich zum Vorjahr um 550 Prozent gestiegen.

Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration sind in diesem Jahr bisher mehr als 250 Menschen bei der Überfahrt ums Leben gekommen - das sind mehr als im westlichen Mittelmeer im ganzen Jahr 2019.

Etwa 4.000 Menschen haben die gefährlichste Flüchtlingsroute in die Europäische Union dieses Jahr überlebt. Das ist ein Rekordwert in den letzten zehn Jahren.

Im Gegensatz dazu haben die Fluchtbewegungen von Marokko nach Festland-Spanien um 50 Prozent abgenommen. Marokko hat im letzten Jahr EU-Mittel für die Migrationskontrolle erhalten.

Nordgrenze Marokkos ist stark kontrolliert - die Menschen gehen weiter in den Süden

Txema Santana ist Sprecher der spanischen Kommission für die Flüchtlingshilfe auf den Kanarischen Inseln, er meint:

"Es liegt an mehreren Faktoren. Marokko übt mehr Druck auf seine Nordgrenze aus und zieht somit die Menschen in den Süden. Und es liegt daran, dass mehr Menschen aus Mali und aus dem Senegal kommen, insbesondere an dieser durchlässigen Grenze zwischen Mali und Mauretanien".

José Antonio Rodríguez vom Einsatzkommando des Roten Kreuzes: _"Sie sind alle gesprungen, um das Ufer zu erreichen. Eine Frau mit ihrem Baby auf dem Rücken. Und als sie die sichere Zone erreichte, stellte sie fest, dass das Baby nicht mehr da war. Wir haben 3, 4 Tage nach dem Baby gesucht und haben es dann leider tot gefunden."
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Diallo ist aus Mali geflohen nachdem sein Vater bei einem Angriff von Extremisten getötet wurde.

"Ich habe mein Leben riskiert, weil ich so traurig war. Ich habe zu viele Probleme. Aber das ist nicht normal. Kein Mensch solle das tun. Aber was sollte ich machen? Es war schwer, dort zu leben."

Angesichts der steigenden Flüchtlingszahlen auf den Kanarischen Inseln hat die spanische Regierung sechs westafrikanischen Ländern 1,5 Millionen Euro für ihre Grenzüberwachungsausrüstung versprochen.