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Dänemark verschärft Vergewaltigungsgesetz - "Nur Ja heißt Ja"

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Dänemark verschärft Vergewaltigungsgesetz - "Nur Ja heißt Ja"
Copyright  PETER DEJONG/AP2009
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Dänemark verschärft sein Sexualstrafrecht. Ab Januar 2021 soll ein Gesetz klarstellen, dass Sex ohne Zustimmung eine Vergewaltigung ist.

Bisher war es so gewesen, dass es Gewalt oder Zwang gegeben haben musste, damit eine Vergewaltigung vor Gericht auch als solche definiert wurde.

Der Fall von Isabel Donen ist ein Beispiel dafür:

"Ich habe mehrere Male 'nein' gesagt, aber dann lag ich auf dem Bauch und er drang in mich ein. Es hätte Gewalt oder Gewaltdrohungen geben müssen, um als Vergewaltigung eingestuft zu werden, aber es gab keine."

In Dänemark waren die Chancen auf Strafverfolgung oder Verurteilung nach einer Vergewaltigung bisher gering. Eine Studie legte offen, dass von 24.000 mutmaßlichen Vergewaltigungen nur 890 angezeigt wurden. In 535 Fällen kam es zu einer Strafverfolgung und in nur 94 zu einer Verurteilung.

Die Gesetzesreform, die im Oktober ins Parlament eingebracht werden soll, ist ein Riesenschritt für die Gleichberechtigung, so der dänische Justizminister Nick Hækkerup: "Es bedeutet, es ist eine Vergewaltigung, wenn es keine Einigung zwischen den Beteiligten gibt."

Zustimmung zum Sex durch Sprechen, Berührung oder Augenkontakt

Ausschlaggebend ist künftig eine Zustimmung vor dem Gechlechtsverkehr. Die dänische Justizsprecherin Rosa Lund erklärt: "Die Zustimmung kann durch lautes Sprechen, durch Berührung oder Augenkontakt, gegeben werden."

Amnesty International lobt die dänische Regierungsentscheidung als historischen Sieg für die Menschenrechte.

Das schwedische und jetzt auch das dänische Gesetz gehen damit weiter als das deutsche. Seit 2016 gilt in Deutschland das neue Sexualstrafrecht nach dem Grundsatz "Nein heißt Nein". Seit dem ist für eine Verurteilung keine ausgeübte Gewalt mehr nötig, sondern ein einfaches "Nein" ausreichend.

Laut Amnesty International wird eine Vergewaltigung derzeit in acht europäischen Ländern als Sex ohne Einwilligung definiert, darunter in Grossbritannien, Belgien, Zypern, Deutschland, Island, Luxemburg und Schweden. In einigen weiteren Ländern sind entsprechende Änderungen des Strafgesetzes geplant.