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Chaos nach Brand im Lager Moria - Behörden suchen 35 Covid-19-positive Migranten

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Chaos nach Brand im Lager Moria - Behörden suchen 35 Covid-19-positive Migranten
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Rund 13.000 Menschen, die in dem abgebrannten Flüchtlingslager Moria auf Lesbos untergebracht waren, irren auf der Insel umher und suchen nach Schutz, Nahrung und Wasser.

Helfer sprechen von chaotischen Zuständen. Für die ganze Insel wurde der Ausnahmezustand verhängt. Augenzeugen berichten, dass die Polizei Tränengas eingesetzt habe, um die Situation in den Griff zu bekommen.

Rechte nutzen das Chaos auf Lesbos und bedrohen Migranten und Helfer

Beobachter erwarten, dass Flüchtlingsgegner die Situation nutzen könnten. Augenzeugen berichten gegenüber Medien, dass Rechtsexteme auf Motorrädern auf der Insel unterwegs sind und Migranten und Helfer bedrohen.

Der Schweizer Nicolas Perrenoud von der Hilfsorganisation One Happy Family bestätigte die Beobachtung. Er sagte gegenüber Schweizer Medien: "Wir Helfer werden bedroht. Gestern mussten wir das Verteilen von Zelten wegen der Rechten sogar abbrechen. Die Rechten haben auch das Auto einer medizinischen Hilfsorganisation beschädigt."

Bereits im Frühjahr hatten Mitglieder der Identitären Bewegung aus mehreren europäischen Ländern Strassensperren auf Lesbos errichtet und Helfer bedrängt.

Wer hat den Brand gelegt, Migranten oder Inselbewohner?

Das Feuer war gegen Mitternacht nach einem Streit um die Isolierung von Covid-19-positiven Bewohnern ausgebrochen und hatte das Lager vollständig zerstört. Ob die Brände von den Migranten gelegt wurden ist bislang unklar. Die Behörden versuchen nun, die 35 mit dem Coronavirus infizierten Personen zu finden.

Christina Psarra von "Ärzte ohne Grenzen" sagt: ''Wir sind sehr beunruhigt, es gibt keine Koordinierung, um die ersten Grundbedürfnisse zu decken, die Migranten sind auf der ganzen Insel verstreut. Das wichtigste für uns ist jetzt erst einmal, die gefährdeten Personen mit Gesundheitsproblemen ausfindig zu machen und die Menschen, die bestätigte oder mögliche Covid-19-Infektionen haben."

In einem Tweet sichert der Vizepräsident der EU-Kommission Margaritis Schinas den Griechen Unterstützung zu. Er wolle nach Losbos reisen, um sich ein Bild von der Lage vor Ort zu machen.

Auch EU-Parlamentspräsident David Sassoli und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen reagierten per Twitter.

Die EU-Kommissarin für Inneres Ylva Johansson erklärte, sie habe die Finanzierung für den Transport und die Unterbringung von 400 unbegleiteten Kindern und Jugendlichen auf das griechische Festland bereits bewilligt.

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