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Wut und Frust: Die Menschen in Moria haben genug

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Wut und Frust: Die Menschen in Moria haben genug
Copyright  Petros Giannakouris/Copyright 2020 The Associated Press. All rights reserved.
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Auf der griechischen Insel Lesbos bleibt die Lage auch nach Öffnung der Ersatz-Unterkünfte dramatisch. Zwar konnten mehr als 300 Menschen in ein neu errichtetes Zeltlager ziehen. Doch mehr als 12.000 Migranten leben weiter auf der Straße, unter ihnen Tausende Minderjährige.

Nach Medienberichten soll eine Gruppe vor allem afghanischer Flüchtlinge für Unruhen und Brandstiftungen verantwortlich sein. Mit der Geduld der Menschen auf Lesbos ist es vorbei.

Aglaia Panagopoulou kommt aus Moria. Sie macht ihrem Ärger Luft.

Wir steuern auf ein Desaster zu. Es gibt kein Wachstum. Seit fünf bis sechs Jahren kommen keine Touristen mehr. Wir leben in permanenter Angst. Aus 500 Migranten wurden 1.000, dann 2.000. Es ist eine Schande für unsere Insel. Was für eine große Lüge, die Behörden haben uns reingelegt.

Auch Theodoros Kaskampas lebt in Moria. Er fühlt sich von Athen im Stich gelassen.

Die Migranten müssen so schnell wie möglich weg. Am Anfang haben wir sie gut behandelt, aber sie haben unsere Insel kaputt gemacht. Auch die griechische Regierung hat Schuld.

Gemeinderatsmitglied Ioannis Mastrogiannis appelliert weiter an die Menschlichkeit. Aber auch er gibt der Regierung eine Teilschuld an der Lage in Moria.

Sie sind menschliche Wesen, um die wir uns gekümmert haben. Wir haben ihnen gegeben, soviel wir konnten. Selbst jetzt werden wir ihnen wieder helfen falls nötig. Aber leider haben sie unsere Gastfreundschaft missbraucht. Sie dachten, sie hätten nur Rechte und keine Pflichten, während die Regierung uns in die Pflicht nahm, ohne dass wir Rechte hatten.

Am Mittwoch hatte es einen Großbrand im Flüchtlingslager Moria gegeben.

Euronewskorrespondent Apostolos Staikos:

Wenn man selbst hier nicht lebt, ist es leicht, von Solidarität zu sprechen und andere Rassisten zu nennen - das ist die Meinung der Menschen in Moria. Sie haben genug von immer neuen Versprechen. Sie verlangen, das Flüchtlingslager, das nach ihrem Dorf benannt wurde, endgültig zu schließen.