Eilmeldung
This content is not available in your region

Chaos statt Weltspitze: Großbritanniens Probleme mit Corona-Tests

euronews_icons_loading
Chaos statt Weltspitze: Großbritanniens Probleme mit Corona-Tests
Copyright  Matt Dunham/Copyright 2020 The Associated Press. All rights reserved
Schriftgrösse Aa Aa

Premier Boris Johnson hatte das "weltbeste" Testsystem mit Millionen täglich verfügbarer Corona-Tests im Frühjahr angekündigt, doch derzeit wird in Großbritannien vor allem über das Chaos bei der Identifizierung von Covid-19-Infizierten berichtet.

Auch Toni Borrow hat schlechte Erfahrungen gemacht. Die Lehrerin hat bei sich vor einer Woche Symptome bemerkt. Sie habe einen ganzen Tag lang versucht, an einen Test zu kommen. "Das war unmöglich", so Borrow. "Sie haben mir sogar gesagt, dass ich dafür nach Schottland fahren soll."

Borrows Erfahrung deckt sich mit der vieler anderer: Britische Medien berichten, wie Menschen stundenlang anstehen oder Hunderte Kilometer weit fahren müssen.

Wie schwierig ist es, sich testen zu lassen? Um das herauszufinden, fuhr unser Korrespondent Luke Hanrahan zu einem Testzentrum in Greenwich in London.

Laut Webseite muss man sich für einen Test vorher anmelden. Sheila Bonnelaine und ihr Sohn fahren unverrichteter Dinge wieder weg, sie konnten sich nicht testen lassen. "Ich wurde abgewiesen, weil ich seit 48 Stunden versuche, mich online anzumelden und überhaupt nicht durchgekommen bin", so Bonnelaine. "Es gibt keine Telefonnummer, die man anrufen kann, ich war auf der Webseite und da hieß es nur, dass alles belegt ist." Im Testzentrum habe man ihr einfach nur gesagt, dass sie es weiter versuchen solle.

Opposition: Regierung hätte es besser wissen müssen

Jon Ashworth sagt, die Regierung hätte es besser wissen müssen. Er ist Schattengesundheitsminister, ein Amt, das in der britischen Politik die Gesundheitspolitik der Regierung überprüfen soll und von der Opposition besetzt wird. Acht Millionen Kinder gehen wieder zur Schule und die Menschen sind wieder bei der Arbeit, darauf hätte man sich besser vorbereiten müssen, so Ashworth: "Unsere Regierung muss sich mehr anstrengen. Wir haben zu Beginn der Pandemie große Fehler gemacht, jetzt stehen wir vor einer zweiten Welle. Wir wollen keine zweite Welle mit Regierungsfehlern."

Die Regierung führt das Chaos bei den Tests auch auf die hohe Nachfrage zurück. Derzeit liegt die Testkapazität bei etwa 200.000 täglich. Bis Ende Oktober sollen es 500.000 sein.