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Hat Danone zu viel abgepumpt? Kampf um das Wasser von Volvic

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Hat Danone zu viel abgepumpt? Kampf um das Wasser von Volvic
Copyright  THIERRY ZOCCOLAN/AFP
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Die Auvergne mit ihren grünen Vulkanhügeln und natürlichen Quellen gilt vielen als die Wasserreserve Frankreichs.

Doch um das kostbare Nass ist ein heftiger Streit entbrannt. In Volvic, der Stadt aus der das gleichnamige Mineralwasser stammt, versiegen Bäche und Flüsse reihenweise - mit drastischen Konsequenzen für ortsansässige Unternehmer.

"Das hier ist eine der drei Quellen auf unserem Anwesen, sie sogenannte Felsenquelle, sie ist völlig ausgetrocknet", sagt Edouard de Féligonde, Besitzer einer traditionsreichen Fischzucht in Saint-Genès l'Enfant.

2,7 Millionen Kubikmeter Wasser pro Jahr

Weil nicht mehr genug Wasser fließt, steht der traditionsreiche Betrieb seit 2018 still. Edouard de Féligonde hat einen Verantwortlichen dafür ausgemacht: Danone. Der milliardenschwere französische Konzern und Betreiber der Marke Volvic zapft flussaufwärts rund 2,7 Millionen Kubikmeter Wasser pro Jahr ab,

"Das Problem ist, dass dieses systematische Abpumpen ohne jegliche Folgenabschätzung und ohne Berücksichtigung der Rechte der Anwohner erfolgte", klagt de Féligonde. Er hat rechtliche Schritte gegen Danone und den französischen Staat, der die Pumpleistung genehmigte, eingeleitet.

Auch andere Anwohner sind besorgt um die Wasserbewirtschaftung. Vor einigen Monaten wurde das Kollektiv PREVA gegründet, das für den Schutz der Umwelt in den Gemeinden rund um Volvic kämpft.

Notfalls den Verbrauch drosseln

Jacky Massy, Präsident des Kollektivs erklärt: "Wir fordern, dass der Staat wieder die Kontrolle übernimmt und den Zustand des Grundwasserspiegels überprüft, um zu sehen, ob er sich nachhaltig wieder auffüllt. Sollte dies nicht der Fall ein, müssen wir uns zusammen mit dem Staat und allen Beteiligten um eine nachhaltige Lösung bemühen. Und notfalls den Verbrauch drosseln."

Seitens der Betreiber heißt es, man liege bei der Entnahme etwa 10 Prozent unter der berechtigten Pumpmenge und habe bereits Zugeständnisse gemacht, vor allem in Dürreperioden, sei aber offen für Gespräche.

Cathy Le Hec ist zuständig für Umweltpolitik und Quellenschutz bei Danone und sagt im Skype-Interview: "Wir liegen bei der Entnahme etwa 10 Prozent unter der Menge, zu der wir berechtigt sind. Und in den vergangenen beiden Sommern haben wir die entnommene Wassermengen um 10 bis 16 % reduziert."

Pikantes Detail, laut Medienberichten (Die Zeit, Mediapart) soll ein firmeninternes Dokument schon 2015 einen Zusammenhang zwischen dem von Volvic abgepumpten Wasser und der Wasserknappheit in der Region ausgemacht haben, wurde jedoch vom Konzern und den Behörden ignoriert.