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Antarktis soll Corona-frei bleiben: Ein Blick auf die argentinischen Stationen

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Argentinisches Antarktispersonal bei einer Zeremonie.
Argentinisches Antarktispersonal bei einer Zeremonie.   -   Copyright  AP Photo
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"Ein gewisses Sicherheitsniveau"

Antarktika ist nicht nur der südlichste Kontinent der Erde, er ist auch der einzige, auf dem es bislang keine Coronavirus-Infektion gibt. Und das soll so bleiben. Darauf wollen die Länder, die hier Stationen unterhalten, gewissenhaft achten. Unter ihnen ist Argentinien.

Oberst Edgard Calandín vom antarktischen Kommando sagt: "Wir versuchen, ein gewisses Sicherheitsniveau beizubehalten. Unser wichtigstes Ziel ist es, das Risiko von Covid-19-Kontakten auf Antarktika zu minimieren, um den Kontinent covidfrei zu halten."

Dafür soll nun die Zahl der hier stationierten Argentinier heruntergefahren werden. Das südamerikanische Land betreibt 13 der rund 80 Forschungseinrichtungen in der Antarktis. Die Personalstärke schwankt je nach Jahreszeit.

Sorge um die Familie zu Hause

Einige der hier stationierten Wissenschaftler und Soldaten kommen samt ihren Familien her. Für die Kinder gibt es Schulen und Unterricht ohne Corona-Einschränkungen - eine Ausnahme in Argentinien. Angesichts der Pandemie machen sich viele hier Sorgen um die Angehörigen zu Hause.

Nicolás Barrios ist Hauptmann der argentinischen Armee, derzeit lebt er auf der Belgrano-Station in der Antarktis. Er sagt: "Wir machen uns natürlich große Sorgen um unsere Angehörigen, um ihre Sicherheit und Gesundheit. Wir verfolgen über die sozialen Netzwerke und Medien, wie sich die Pandemie im Land entwickelt. Es wird auch nicht einfach für uns sein, nach Argentinien zurückzukehren, angesichts der Normalität, die wir hier haben. Wir trinken jeden Tag Mate-Tee, und das werden wir nicht tun können, wenn wir zurückkehren. Dabei ist das etwas sehr Argentinisches, sehr Traditionelles."

Wir trinken jeden Tag Mate-Tee, und das werden wir nicht tun können, wenn wir zurückkehren.
Nicolás Barrios
Hauptmann der argentinischen Armee, stationiert in der Antarktis

Im November beginnt die Sommersaison auf dem Südkontinent, das heißt: Schichtwechsel. Statt der üblichen 2000 Personen schickt Argentinien diesmal aber nur rund 400 Männer und Frauen in die Antarktis. Alle werden zuvor auf das Virus getestet und müssen vor der Reise für einige Zeit in Buenos Aires in Quarantäne. Sollte dennoch eine Infektion auftauchen, werden sämtliche Stationen geräumt.