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Verbrannte Pfoten: So leiden Brasiliens Jaguare unter den Waldbränden

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Verletzte Jaguardame Amanaci wird von Tierarzt Thiago Luczinski behandelt
Verletzte Jaguardame Amanaci wird von Tierarzt Thiago Luczinski behandelt   -   Copyright  Screenshot AFP
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Die vielen toten und verletzten Tiere sind zu einem Symbol für die langsame Zerstörung des Pantanal in Brasilien geworden. Sie sind den schlimmsten Waldbränden, die jemals in dem größten Feuchtgebiet der Erde registriert wurden, schutzlos ausgeliefert.

Die Brände sind die schwersten seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1998. Die Flammen bedrohen die Tierwelt der Region, die reich an Tapiren, Pumas, Wasserschweinen und Jaguaren ist.

Cristina Gianni, Gründerin der NGO "Nex Institute", sagt, sie habe noch nie so viel Tod und Schmerz bei Wildtieren gesehen wie bei den Bränden im Pantanal in diesem Jahr, und beschuldigt Brasiliens Behörden, nicht genug zu tun, um die Brände zu verhindern.

Cristina Gianni: "Solange es eine Straflosigkeit gibt, solange es diese ungebildete Ansicht gibt, dass ein guter Jaguar ein toter Jaguar ist, dass es dann Land zum Weiden gibt und dass Worte ohne keine Bedeutung haben - solange wird es schwierig sein, das wieder in Ordnung zu bringen."

Dichteste Jaguarpopulation der Welt

Jaguare kamen früher vom Südwesten der USA bis hinunter nach Nordargentinien vor, doch heute ist ihr Verbreitungsgebiet geschrumpft. Nach Angaben des World Wildlife Fund leben Brasilien etwa die Hälfte der geschätzten 170.000 wild lebenden Jaguare. Das Pantanal ist ein Juwel an biologischer Vielfalt und beherbergt die dichteste Jaguarpopulation der Welt.

Einen der Jaguare, den die NGO etwa tausend Kilometer von seinem natürlichen Lebensraum entfernt gefunden hat, haben sie den Namen Amanaci gegeben. Neben offenen Brüchen hatte das Jaguarweibchen Verbrennungen dritten Grades an Gliedmaßen und Pfoten.

Amanaci wird in Zukunft mit starken Einschränungen leben müssen, sie kann ihre Krallen nicht mehr ausfahren, erklärt der Tierarzt Thiago Luczinski.

Thiago Luczinski: "Wenn sie zurück in die freie Wildbahn geht, wäre ihr Leben wegen der fehlenden Funktion der Krallen eingeschränkt. Wir werden das gut abwägen müssen. Aber die Chance, dass sie hier bleiben und nicht in ihr freies Lebens zurückkehren wird, ist ziemlich groß."

Regierung macht nichts

Vor allem Freiwillige und Anwohner bekämpfen die unzähligen Feuerherde, die durch landwirtschaftliche Brandrodungen und eine historische Trockenheit entstanden sind. Gegen die verheerenden Waldbrände wird seitens der Regierung wenig unternommen. Die abgebrannten Flächen schaffen Platz für neue landwirtschaftliche Anbauflächen.

Schätzungsweise 25 Prozent des UNESCO Welterbes Pantanal sind in diesem Jahr durch die Flammen bereits zerstört worden.

Das Pantanal, dessen Name sich von dem portugiesischen Wort für "Sumpf" ableitet, erstreckt sich in Brasilien über mehr als 150.000 Quadratkilometer und erstreckt sich auch nach Bolivien und Paraguay.