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Infektionszahlen explodieren in der Schweiz: Inzidenz im Wallis bei 756

Zermatt
Zermatt   -   Copyright  Jean-Christophe Bott/AP
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In der Schweiz ist besonders das Wallis von einem explosionsartigen Anstieg der Neuinfektionen mit dem Coronavirus betroffen. Die 14-Tage-Inzidenz liegt im ganzen Land an diesem Dienstag bei 337. Ein Wert von 50 gilt als kritisch. Im Kanton Genf beträgt sie 659, im Kanton Wallis liegt die Inzidenz bei 756 - noch höher ist die Rate derzeit in Belgien und Tschechien.

An diesem Dienstag meldet das Bundesamt für Gesundheit für die ganze Schweiz 3.008 laborbestätigte Fälle innerhalb von 24 Stunden. Die Zahl der Neuinfektionen hat sich damit binnen einer Woche verdoppelt. Umgerechnet auf die Einwohnerzahl zähle die Schweiz damit doppelt so viele Neuansteckungen wie Italien, sagte Stefan Kuster, Leiter Übertragbare Krankheiten im Bundesamt für Gesundheit (BAG), in Bern. Der Anstieg werde sich nicht verlangsamen, bis die neuen Maßnahmen griffen, sagte Kuster. In der Schweiz gilt seit Montag ein Versammlungsverbot für mehr als 15 Menschen im öffentlichen Raum.

Das BAG empfiehlt, möglichst im Homeoffice zu arbeiten.

In Zermatt bleibt auch ein Luxushotel bis Samstag geschlossen, weil sich mehrere Mitarbeiter angesteckt hatten - wie der Walliser Bote berichtet. In der Region gibt es so viele Fälle, dass das Contact Tracing der Behörden nicht mehr funktioniert.

Im Interview mit Watson sagt Nicolas Troillet, Leiter Infektionskrankheiten im Spital Wallis: "Wir haben momentan viele neue Fälle. Warum das so ist, kann ich nicht sagen. Es gab nicht einen speziellen Event, der als Auslöser für diese Situation gilt. In den vergangenen Wochen sahen wir, wie schnell eine Region zum Hotspot werden kann. Zuerst war es der Kanton Genf, dann die Waadt. Und jetzt sind wir es. Gut ist immerhin, dass wir viel testen und einen Grossteil der Fälle entdecken. Die Positivitätsrate lag in den vergangenen Tagen bei über 25 Prozent."

Nicht nur im Wallis, auch im Kanton Schwyz schlagen die Krankenhäuser Alarm und beginnen, nicht notwendige Operationen zu verschieben. Dabei fehlt es nicht an Betten, sondern vor allem an Intensivpflegekräften.