Eilmeldung
This content is not available in your region

Tunesien: Tourismusbranche ist wütend

euronews_icons_loading
Angestellte des Tourismus-Sektors demonstrieren vor dem Tourismusministerium in Tunis
Angestellte des Tourismus-Sektors demonstrieren vor dem Tourismusministerium in Tunis   -   Copyright  AFP
Schriftgrösse Aa Aa

In der tunesischen Hauptstadt Tunis sind Angestellte der Reisebranche auf die Straße gegangen. Mit der Forderung, mehr Subventionen vom Staat zu erhalten, versammelten sie sich vor dem Tourismusministerium. Der Tourismussektor ist von der, durch die Corona-Pandemie verursachten, Wirtschaftskrise besonders hart getroffen.

"Tourismussektor wird es bald nicht mehr geben"

"Die derzeitige Situation halten wir nicht lange durch", sagt Reisebüromitarbeiter Hatem Salhi. "Es herrscht eine große Unsicherheit. 85 Prozent der Reisebüros rechnen damit, bald schließen zu müssen." Branchenkollege Aziz Ben Issi ist sich sicher, dass "ohne konkrete Unterstützung und ohne die Versprechen, die die Regierung vor einigen Monaten angekündigt hatte, man heute sagen kann, dass es diesen Sektor sehr bald in Tunesien nicht mehr geben wird."

In dem Zwölf-Millionen-Einwohner-Staat haben sich bislang mehr als 44.000 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, 711 Personen sind nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität an Covid-19 verstorben.

Regierung verhängt nächtliche Ausgangssperre

Seit Dienstag gilt im gesamten Land eine nächtliche Ausgangssperre. Bisher hatten nur Bewohner von Regionen mit besonders vielen nachgewiesenen Corona-Neuinfektionen von 21 Uhr abends bis 5 Uhr morgens und am Wochenende ab 19 Uhr abends zu Hause bleiben müssen. Jetzt soll die bislang nur regional geltende Einschränkung auf das gesamte Land ausgeweitet werden.

Tunesien war Anfang des Jahres im internationalen Vergleich glimpflich durch die erste Corona-Welle gekommen. Die Regierung hatte Mitte März nach vergleichsweise wenigen Fällen eine landesweite Ausgangssperre verhängt und die Grenzen geschlossen, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen. Mit Lockerung der Maßnahmen stiegen die Corona-Zahlen jedoch stetig.