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US-Bürgerwehren: Schwer bewaffnet und fest entschlossen

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Mitglieder einer Bürgerwehr
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Bewaffnete Bürgerwehren sind in vielen Teil der Vereinigten Staaten Alltag. Die Fälle übermäßiger Polizeigewalt und folgende soziale Unruhen haben das nicht geändert. Im Gegenteil.

„Wir sind hier, um Grundbesitz zu beschützen. Darum haben uns Menschen gebeten“, sagt Steve Cochran, Mitglied einer Bürgerwehr. Quan Kaiser, auch er ist Mitglied einer bewaffneten Gruppe, betont: „Wir wollen Gerechtigkeit, wir wollen Gerechtigkeit.“

Diese Menschen werden nicht im Auftrag der staatlichen Strafverfolgungsbehörden tätig, sondern aus eigenem Antrieb.

„Schwarz, weiß, lateinamerikanisch, wir kommen gut zurecht“

Als in Kenosha im Bundesstaat Wisconsin im Rahmen von Protesten gegen Polizeigewalt erheblicher Sachschaden entstand, machten die friedlichen Demonstranten dafür Krawallmacher verantwortlich, die mit der Bewegung nicht zu tun hätten.

Eric Oertles Laden wurde verwüstet. Er ist wütend: „Die Menschen, die das getan haben, kommen nicht hier aus der Gegend. Die Menschen ringsherum sind gute Menschen. Wir kommen gut zurecht: Schwarz, weiß, lateinamerikanisch, wir kommen gut zurecht“.

Ein anderer Mann in Kenosha meint: „Bei dieser Bewegung geht es nicht um Gewalt."

US-Präsident Donald Trump nannte die Krawallmacher Anarchisten und versprach „Recht und Ordnung". Sein Widersacher Joe Biden warf ihm vor, Gewalt zu schüren.

„Die Unterstützung für Black Lives Matter ist seit dem Höhepunkt im Sommer gesunken", meint die Politikwissenschaftlerin Paru Shah von der Universität Wisconsin-Milwaukee.

Eine Anhängerin von Präsident Trump findet: „Diese Entzweiung, Black Lives Matter, all das ist viel größer und sehr, sehr angsteinflößend.“

17-Jähriger wird verdächtigt, in Kenosha zwei Menschen erschossen zu haben

Nach den Unruhen von Kenosha wurde Trump-Anhänger Kyle Rittenhouse festgenommen. Das 17-jährige Mitglied einer Bürgerwehr steht in Verdacht, während der Unruhen in Kenosha zwei Menschen erschossen zu haben. „Es hätten jede Menge solcher Leute an dem Abend hier sein sollen", meint Ladenbesitzer Oertle.

Eine US-Bürgerwehr, die als rechtsextrem eingestuft wird, hat angekündigt, bei der Präsidentschaftswahl Anfang November vor Wahllokalen Wache zu halten.

„Ehrlich gesagt: Wann hört dieser Wahnsinn auf?", fragt ein Mann in Kenosha. Laut Umfragen kann Joe Biden in Wisconsin mit der Mehrheit rechnen.