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Schock nach Messerattacke in Kirche in Nizza mit 3 Toten

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Polizeistreife in Nizza nach Messserattacke vor Basilika Notre Dame 29. Oktober 2020 (euronews/AP TVdirekt)
Polizeistreife in Nizza nach Messserattacke vor Basilika Notre Dame 29. Oktober 2020 (euronews/AP TVdirekt)   -   Copyright  Miniwark, Miniwark, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons   -  
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Bei einer Messerattacke in einer Kirche in Nizza sind drei Personen brutal getötet worden. Die französische Anti-Terror-Staatsanwaltschaft wurde mit den Ermittlungen betraut.

Bei dem Angriff verloren eine ältere Kirchgängerin, ein Beschäftigter der Kirche Notre-Dame de l'Assomption und eine 40-jährige Mutter ihr Leben. Offenbar hatte der Angreifer versucht, die Menschen zu enthaupten.

Offenbar 21-Jähriger Angreifer

Der mutmaßliche Angreifer wurde festgenommen. Er soll seine Identität preisgegeben haben. Nach Angaben der Lokalzeitung NICE MATIN handelt es sich bei dem mutmaßlichen Täter um einen 21-Jährigen Tunesier, der der Polizei bekannt gewesen sei.

Bürgermeister Estrosi spricht von "Islamo-Faschismus"

Der konservative Bürgermeister von Nizza Christian Estrosi erinnerte an den Anschlag am Nationalfeiertag 2016, bei dem 86 Menschen getötet wurden.

"Nizza zahlt heute, wie Frankreich und vielleicht mehr als andere Orte in Frankreich, einen viel zu hohen Preis, indem es erneut dem Islamo-Faschismus zum Opfer fällt."

Der Täter habe immer wieder Alluh Akbar gerufen.

Präsident Emmanuel Macron reiste nach Nizza und wurde am Flughafen von Christian Estrosi empfangen.

Besonders die Lehrerinnen und Lehrer in Frankreich standen vor der Attacke von Nizza unter dem Eindruck der Enthauptung eines Kollegen bei Paris. Er war offenbar getötet worden, weil er im Unterricht eine umstrittene Karikatur des Propheten Mohammed gezeigt hatte.

Daraufhin wollte Präsident Emmanuel Macron den Kampf gegen islamistische Gewalt in Frankreich verstärken. Der Angreifer von Paris - ein 18-jähriger Russe, dessen Familie aus Tschetschenien stammt - stand Ermittlungen zufolge in Kontakt mit einem Vater, der sich in einem Video über den Lehrer Samuel Paty beklagt hatte. Dieser Vater wurde von einem radikalen Prediger begleitet.

"Alles deutet auf einen Terroranschlag in der Notre-Dame-Basilika hin", hatte Estrosi zuvor auf Twitter geschrieben. Der Verdächtige werde verhört.

Das Gebiet um die Kirche wurde weiträumig abgesperrt. Die Menschen durften diesen Bereich stundenlang weder betreten noch verlassen. Ein Café-Betreiber vor Ort erklärte, er fühle sich schon verängstigt, weil er auch den Anschlag vom 14. Juli 2016 miterlebt habe. Damals war ein Angreifer mit einem Lastwagen in die feiernde Menge gerast, die sich das Feuerwerk anschauen wollte.