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Anschlag in Wien: Bekennerschreiben der IS-Miliz

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Kanzler Sebastian Kurz und Präsident Alexander Van der Bellen legten in Tatortnähe Kränze nieder und beteiligten sich an einer Schweigeminute
Kanzler Sebastian Kurz und Präsident Alexander Van der Bellen legten in Tatortnähe Kränze nieder und beteiligten sich an einer Schweigeminute   -   Copyright  Matthias Schrader/Copyright 2019 The Associated Press. All rights reserved
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Die IS-Miliz hat die Verantwortung für den tödlichen Anschlag in der Wiener Innenstadt vom Montag übernommen. Ein "Soldat des Kalifats" habe diesen ausgeführt, teilte der IS am Dienstag auf seiner Plattform Naschir News mit.

Nach Angaben des österreichischen Innenministeriums wurden am Dienstag 14 Menschen festgenommen und 18 Objekte durchsucht worden.

Zudem wurden zwei Verdächtige in der Schweiz verhaftet, wie die Zürcher Polizei mitteilte. Es werde derzeit geprüft, inwiefern eine Verbindung zu dem erschossenen Attentäter bestehe.

Der österreichische Innenminister Karl Nehammer sagte zum Stand der Ermittlungen: _"Ein Terrabyte an Daten wurde übermittelt. 20.000 Videos. Mittlerweile konnte schon über 50 Prozent des Videomaterials gesichtet werden. Aber die Auswertung ist noch nicht abgeschlossen. Gleichzeitig ergeben sie bisher ausgewerteten Videos keinen Hinweis auf einen zweiten Täter."
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Kranzniederlegungen und eine Schweigeminute

Der österreichische Bundespräsident Alexander Van der Bellen, Bundeskanzler Sebastian Kurz und der Präsident des nationalrates, Wolfgang Sobotka, legten in der Nähe der insgesamt sechs Tatorte im Zentrum von Wien Kränze nieder und hielten eine Schweigeminute ab.

In Gedenken an die vier Todesopfer des Anschlags wurden drei Tage Staatstrauer verhängt. 22 Menschen wurden zum Teil lebensgefährlich verletzt.

Der 20-jährige Attentäter war nach offiziellen Angaben ein Anhänger der Miliz Islamischer Staat. Er besaß den österreichischen sowie den nordmazedonischen Pass und hatte wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung bereits eine Haftstrafe in Österreich verbüßt.

"Kampf mit Entschlossenheit"

Kanzler Kurz sagte während einer Pressekonferenz in Wien: _"Es muss uns allen bewusst sein, dass das keine Auseinandersetzung zwischen Christen und Muslimen oder zwischen Österreichern und Migranten ist. Nein, das ist ein Kampf zwischen den vielen Menschen, die an den Frieden glauben und jenen wenigen, die sich den Krieg wünschen. Es ist ein Kampf zwischen Zivilisation und Barbarei und diesen Kampf werden wir mit aller Entschlossenheit führen."
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Kanzler Kurz gab am Tag nach dem Anschlag noch keine Entwarnung. Die Lage sei nach wie vor angespannt, sagte Kurz in einem Interview. Es gebe Angst vor Nachahmungstätern. Außerdem wollte Kurz nicht ausschließen, dass es doch einen zweiten, flüchtigen Täter geben könnte. Man habe noch keine hundertprozentige Gewissheit.