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Wiener Anschlag: Was wissen wir über den Attentäter?

Nach dem Anschlag: Beamte in der abgeriegelten Innenstadt von Wien
Nach dem Anschlag: Beamte in der abgeriegelten Innenstadt von Wien Copyright Ronald Zak/Copyright 2020 The Associated Press. All rights reserved.
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Von Andrea Büring mit dpa
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Der 20-Jährige Islamist wollte sich offenbar in der Vergangenheit dem Islamistischen Staat in Syrien anschließen.

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Der Attentäter von Wien wollte in der Vergangenheit nach Syrien ausreisen, um sich dort der Terrormiliz Islamischer Staat anzuschließen.

Kujtim Fejzulai sei daran gehindert worden und stattdessen am 25. April 2019 wegen Mitgliederschaft in einer terroristischen Vereinigung zu 22 Monaten Haft verurteilt worden, teilte Österreichs Innenminister Karl Nehammer mit.

Den Behörden bekannt

Ein Gerichtsreporter des "Standard" war beim Prozess gegen ihn und einen zweiten jungen Mann dabei:

"Kujtim Fejzulai hatte es sogar bereits in ein "Safehouse" der Terrororganisation "Islamischer Staat" in einer türkischen Grenzstadt zu Syrien geschafft.

Wobei: "Das Safehouse war ein Rattenloch. Keine Dusche, keine Toilette, kein Fließwasser", merkt sein Verteidiger Nikolaus Rast vor dem Schöffensenat (...) an.

Beide Männer sind in Wien geboren und Österreicher. Benachteiligt fühlte sich keiner von ihnen, sagen sie aus. Mitten in der Pubertät begannen sie sich mit dem Islam zu beschäftigen. Ende 2016 geriet der späterere Attentäter von Wien in die falsche Moschee, wie er heute meint. 2018 nahmen seine schulischen Probleme zu, daheim gab es immer öfter Streit mit der Mutter. "Ich wollte weg von zu Hause", erzählt er dem Vorsitzenden. "Und was haben Sie sich vom IS erwartet?", will der Richter wissen. "Ich habe mir ein besseres Leben erwartet. Eine eigene Wohnung, eigenes Einkommen.""

Der 20-jährige Mann sei am 5. Dezember "vorzeitig bedingt entlassen" worden. Demnach galt Kujtim Fejzulai als junger Erwachsener und fiel damit unter die Privilegien des Jugendgerichtsgesetzes.

Spur in Nordmazedonien?

Der Attentäter besaß neben der österreichischen auch die nordmazedonische Staatsbürgerschaft.

Nach dem tödlichen Terroranschlag in Wien mit fünf Toten wandte sich Österreich deshalb an die Behörden in Nordmazedonien, von wo der Attentäter stammtem und bat um Zusammenarbeit und relevante Informationen über den Attentäter.

Namen und Herkunft nach gehörte der Attentäter der albanischen Minderheit in Nordmazedonien an. Wie lokale Medien am Dienstag berichteten, stammte er aus dem Dorf Celopek nahe der Stadt Tetovo. Das Gebiet ist nahezu ausschließlich von ethnischen Albanern bewohnt. Diese Minderheit bildet etwa 25 Prozent der Bevölkerung des kleinen Balkanlandes und bekennt sich größtenteils zum Islam. Die Mehrheitsbevölkerung besteht aus orthodoxen slawischen Mazedoniern.

Radikalisierung nach Bosnienkrieg

Der Islam auf dem Balkan gilt traditionell als moderat. Muslimische Bevölkerungen gibt es auch in Albanien, im Kosovo und in Bosnien-Herzegowina - dort bilden sie die Mehrheit - sowie in Serbien und in Montenegro. Diese Länder sind auch klassische Auswanderungsländer, so dass sich in Ländern wie Deutschland, Österreich und der Schweiz unter den Zuwanderern vom Balkan auch viele Muslime befinden.

Während und nach dem Bosnien-Krieg setzte unter Muslimen auf dem Balkan eine begrenzte Radikalisierung ein. So schlossen sich mehrere Hundert vornehmlich junge Muslime vom Balkan um 2014 der Terrormiliz IS an, als diese vorübergehende militärische Erfolge in Syrien und im Irak verzeichnete. Die Regierungen der Balkanländer stellten die Mitgliedschaft im IS unter Strafe. Zahlreiche IS-Rückkehrer wurden vor Gericht gestellt und verurteilt.

Terror in Wien

Kujtim Fejzulai war mit einer Sprengstoffgürtelattrappe und einer automatischen Langwaffe, einer Faustfeuerwaffe und einer Machete ausgestattet, um den Anschlag zu verüben.

Nach dem Anschlag in der Wiener Innenstadt wurde er von der Polizei in der Nähe der Ruprechtskirche erschossen.

Ob er Helfer hatte, ist derzeit noch unklar. Im Zusammenhang mit den Wiener Anschlag hat es an diesem Morgen zwei Festnahmen gegeben.

Verfolgen Sie hier die weiteren Entwicklungen in Österreich:

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