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Covid-19 am 9.11.: Lockdown in Portugal, 13.000 Neuinfektionen in Deutschland

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In Lissabon
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Laut Johns Hopkins University hat die Zahl der Coronavirus-Fälle weltweit 50 Millionen überschritten. Dabei werden in den USA, Indien und Brasilien die meisten Infektionen gemeldet.

Portugal verhängt Ausgangssperre, ernste Situation in den Krankenhäusern

In Portugal gilt ab Montag für den größten Teil des Landes eine Ausgangssperre, um das Infektionsgeschehen einzudämmen.

Die Corona-Maßnahme soll für mindestens zwei Wochen an allen Wochentagen und an Wochenenden ab 13 Uhr in Kraft bleiben, sagte Ministerpräsident Antonio Costa nach einer Dringlichkeitssitzung des Kabinetts am späten Samstag. Zurvor hatte die Regierung den Ausnahmezustand ausgerufen, weil sich die Zahl der täglichen Neuinfektionen seit Anfang Oktober auf 6.000 verdreifacht hat.

Ministerpräsident Costa sagte, Kontaktbeschränkungen seien der einzige Weg, der Pandemie entgegenzuwirken: "Die Situation war während der ersten Welle sehr schwierig, als wir viele Krankenhauspatienten hatten, in der schlimmsten Phase bis zu 1.300 Menschen. Heute ist die Situation viel ernster, weil wir 2.420 Menschen in Krankenhäusern haben."

Griechen dürfen ihr Haus nur mit Genehmigung verlassen

Seit dem Wochenende ist auch Griechenland wieder im Lockdown. Das Land hat fast 47.000 Infektionen, aber den Behörden bereitet vor allen Sorge, dass immer mehr Menschen intensivmedizinisch behandet werden müssen. Die Zahl der Patienten an Beatmungsgeräten hat sich innerhalb eines Monats mehr als verdoppelt.

"Es war eine schwierige Entscheidung", aber "es müssen drei Wochen lang Maßnahmen ergriffen werden, um diese zweite Welle zu überwinden", hatte Griechenlands Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis die Maßnahme in der vergangenen Woche angekündigt.

Die Griechen dürfen ihr Zuhause nur verlassen, wenn sie einen offiziellen Antrag per Mobiltelefon gestellt und dann eine Genehmigung erhalten haben.

Nur Supermärkte und Apotheken haben geöffnet. Kindergärten und Grundschulen beliben anders als beim Lockdown im Frühjahr weiter geöffnet.

Höchstwert für einen Montag in Deutschland

Das Robert-Koch-Institut hat am Morgen 13.363 Neuinfektionen mit dem Coronavirus registriert. Das ist ein neuer Höchstwert an einem Montag.

Die Reproduktionszahl, der sogenannte R-Wert, lag in Deutschland laut RKI gestern bei 1,01 und ist damit gestiegen.

Armee in der Schweiz gegen Corona im Einsatz

In der Schweiz - das Land gehört mittlerweile zu den am stärksten betroffenen Ländern in Europa - setzt am auf Unterstützung durch die Armee. In den Regionen mit den meisten Infektionen, der Romandie, stoßen die Krankenhäuser bald an ihre Kapazitätsgrenze.

Bis zu 2.500 Soldaten wurden mobilisiert. Die sollten die Krankenhäuser in besonders belasteten Regionen vor allem bei der Durchführung der Grundversorgung und der Covid-Tests unterstützen. Die Regierung sagte, dass Truppen auch zur Unterstützung des Transports infizierter Menschen eingesetzt werden könnten.

Die Behörden im französischsprachigen Kanton Freiburg hatten am Freitag um militärische Unterstützung gebeten und erklärt, sie könnten die explodierenden Fallzahlen nicht mehr bewältigen.

Virginie Masserey, Leiterin der Impfstrategien im Schweizer Bundesamt für Gesundheit, warnte davor, dass die Intensivstationen bereits am Sonntag die Kapazitätsgrenze erreichen könnten.

Proteste in ganz Europa - Ausschreitungen in Leipzig, Corona-Leugner in Zagreb

Mit immer mehr Lockdowns und Kontaktbeschränkungen nehmen auch die Proteste in Europa zu.

Am Wochenende haben Menschen auf Kundgebungen unter anderem in Madrid, Leipzig, Bukarest und Zagreb ihrem Ärger Luft gemacht.

In Leipzig sind die Proteste gegen die Corona-Regeln eskaliert, nachdem die Polizei versuchte, die Demonstration aufzulösen. Zu der Kundgebung gegen die Maskenpflicht und andere Einschränkungen im Kampf gegen die Corona-Pandemie waren am Samstag laut Polizeiangaben etwa 20.000 Menschen gekommen. Viele waren aus anderen deutschen Regionen angereist.

Hunderte von Demonstranten hatten sich am Sonntag im Zentrum von Zagreb versammelt, um gegen die von der Regierung verhängten Maßnahmen zu demonstrieren. Kroatische Medien berichteten, dass etwa 1.000 Menschen an der Kundgebung teilgenommen haben.

Die Demonstranten forderten die Auflösung der Coronavirus-Task Force der Regierung und sprachen sich gegen das Tragen von Masken aus.

Josip war in Zagreb auf der Straße, er sagt: "Wir sind mit den Maßnahmen nicht zufrieden, insbesondere mit dem Tragen von Masken. Ich arbeite im Gastgewerbe und wir sind wegen dieser Maßnahmen am Ende. Wir sind nicht in der Lage, normal zu arbeiten."

Stanko, ebenfalls auf der Demo in Zagreb dabei: "Es gibt keine Pandemie. Die Menschen haben Angst vor etwas, das es nicht gibt, das ist meine Meinung".

Lettland, Rumänien, Polen

In Lettland wurde ab Montag ein vierwöchiger Lockdown eingeführt, nachdem die Infektionen im vergangenen Monat angestiegen waren. Rumänien treten ab dem 9. November neue Beschränkungen in Kraft, darunter eine Ausgangssperre, Schulschließungen und Home-Office-Empfehlungen für Arbeitnehmer.

In Polen sind mit der Schließung von Kinos, Theatern und anderen kulturellen Einrichtungen neue Beschränkungen in Kraft getreten. Nur noch wichtige Geschäfte wie Supermärkte sind geöffnet. Seit Montag werden Kinder in Polen online unterrichtet.