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Alkoholverbot? Junge Schweden wollen "das Leben auch genießen"

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Junge Menschen auf der Straße in Stockholm
Junge Menschen auf der Straße in Stockholm   -   Copyright  Afp
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Die Zeit freundlicher Appelle in Schweden ist vorbei. Wie ernst die Lage angesichts steigender Corona-Infektionszahlen tatsächlich ist, machte Schwedens Regierungschef Stefan Löfven am Sonntagabend in einer seiner eher raren TV-Ansprachen deutlich.

Im Kampf gegen die Pandemie müssten alle Bürger zusammenzustehen und endlich die Hygieneregeln beherzigen. Dazu gehört ab sofort: Nur noch acht statt 50 Personen dürfen in der Öffentlichkeit zusammenkommen.

Der Verkauf von Alkohol in Bars und Restaurants nach 22 Uhr verboten. Wie kommt die Verschärfung bei den Schweden an? Eine gute Entscheidung, meint eine Frau mittleren Alters. "Ich halte die neuen Einschränkungen für gut, denn es ist wichtig, den Alkoholkonsum zu begrenzen. Wenn Menschen trinken, sind sie weniger verantwortungsvoll."

"Ich muss das Leben genießen, um ein guter Bürger zu sein!"

Natürlich sei es wichtig, die Regeln umzusetzen, sagt eine junge Barbetreiberin. Aber das Alkoholverbot nach 22 Uhr werde zu anderen Problemen führen. "Die Leute werden sich zu Partys danach verabreden bei sich zu Hause. Und dort ist der Abstand viel schwieriger zu handhaben."

Ein anderer junger Mann drückt aus, was wohl viele Menschen seiner Generation spüren: "Ich glaube, ich muss das Leben auch genießen. Für mich ist das wichtig. Ich arbeite sehr hart, und ich muss das Leben genießen, um ein guter Bürger zu sein!"

Für weiterreichende Einschränkungen in Schweden wäre ein Pandemie-Gesetz nötig. Letzteres ist in Gespräch, bis zur Umsetzung dürfte es jedoch Monate dauern.

Derweil zählt das Land mehr als 208.000 Ansteckungen sowie 6.400 Todesfälle in Folge einer Coronainfektion. Deutlich mehr als seine skandinavischen Nachbarn.