Etwa drei Jahrhunderte lang wurde an das Personal der Royal Navy eine traditionelle tägliche Ration Rum ausgegeben, bis diese Praxis im Juli 1970 eingestellt wurde.
"What Shall We Do with the Drunken Sailor?" Diese Frage aus dem berühmten traditionellen Sea Shanty hat sich künftig wohl erledigt: Die britische Marine schränkt den Alkoholkonsum auf See ein.
Das teilte das Verteidigungsministerium am Donnerstag mit und markiert damit eine weitere Abkehr von der jahrhundertealten Trinkkultur der Royal Navy.
Nach den in dieser Woche vorgestellten neuen Regeln darf das Personal der Royal Navy auf See – unabhängig vom Dienstgrad – nicht mehr als drei Alkoholeinheiten pro Tag oder 14 Einheiten pro Woche konsumieren, wie eine Quelle aus dem Verteidigungsministerium erklärte.
Zudem muss jedes Schiff an mindestens zwei Tagen pro Woche vollständig alkoholfrei bleiben. Um verantwortungsbewusstes Trinkverhalten zu fördern, sollen alkoholfreie und alkoholreduzierte Getränke zum Kauf angeboten werden.
Damit werden frühere Regelungen ersetzt, die Seeleuten zwei Dosen Bier pro Tag erlaubten – je nach Alkoholgehalt entsprach das mehr als drei Einheiten.
Die Änderungen stehen laut Ministerium im Einklang mit dem Ziel der Royal Navy, die Einsatz- und Gefechtsbereitschaft auf See zu erhöhen, sowie mit den allgemeinen Gesundheitsrichtlinien für die britische Bevölkerung.
"Die aktualisierte Richtlinie entspricht den Empfehlungen des britischen Chief Medical Officers und stellt sicher, dass unser Personal für Marineeinsätze fit bleibt und modernen militärischen wie zivilen maritimen Standards entspricht", sagte ein Sprecher der Royal Navy.
Die neuen Beschränkungen gelten nicht, wenn sich das Personal nicht an Bord von Schiffen befindet, etwa in landgestützten Stützpunkten.
Eine tägliche Rumration – der sogenannte "tot" – war in der Royal Navy rund drei Jahrhunderte lang üblich, bevor diese Praxis im Juli 1970 abgeschafft wurde.