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"Zu leichtfertig" - Löfvens TV-Appell an die Schweden zu Covid-19

Von Euronews mit dpa, AFP, AP
Stefan Löfven
Stefan Löfven   -   Copyright  Henrik Montgomery/AP
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Anders als in Frankreich oder in anderen EU-Staaten halten Ministerpräsidenten in Schweden nur sehr selten TV-Ansprachen. An diesem Sonntagabend hat sich Stefan Löfven an die Bürgerinnen und Bürger gewandt, um sie in der Coronavirus-Krise aufzurütteln. Zuvor hatte die Regierung, die der Sozialdemokrat leitet, die Einschränkungen jetzt verpflichtend zu machen.

"Viele sind zu leichtfertig mit den Empfehlungen umgegangen und haben sie nicht beherzigt", sagte der Sozialdemokrat. "Die Gesundheit und das Leben der Menschen sind nach wie vor in Gefahr, und die Gefahr wächst."

Es mag hart klingen. Es mag brutal klingen. Aber die Realität ist genau so hart und brutal.
Stefan Löfven
Schwedens Ministerpräsident

Löfven erklärte weiter: "Erinnern wir uns daran, wie überlastet das Personal im Gesundheits- und Sozialwesen im Frühjahr war. Und erinnern wir uns daran, dass sie immer noch Tag und Nacht hart arbeiten, um Leben zu retten. Was wir jetzt tun, wird sich darauf auswirken, wie unsere Lucia-Feiern aussehen werden. Wie Weihnachten sein wird. Wer wird an Weihnachten noch bei uns sein?

Es mag hart klingen. Es mag brutal klingen. Aber die Realität ist genau so hart und brutal."

Die europäische Agentur ECDC gibt die 14-Tage-Inzidenz für Schweden derzeit mit 577 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner an.

Die "kleine Verschnaufpause" im Sommer und Herbst sei vorbei, sagte Stefan Löfven. "Mehr Intensivbetten werden für Schwerkranke mit Covid-19 benötigt. Mehr Menschen sterben", warnte er.

Fredrik Sandberg/AP
Bisher gilt keine Maskenpflicht in StockholmFredrik Sandberg/AP

In dem Land mit seinen gut zehn Millionen Einwohnern wurden bislang rund 208 300 Ansteckungen erfasst sowie 6400 Todesopfer im Zusammenhang mit der Krankheit.

Der schwedische Staats-Epidemiologe Anders Tegnell, der während der ersten Welle des Coronavirus im Frühjahr den Kurs der Regierung bestimmt hatte, war noch Ende Oktober davon überzeugt, dass sein Land keine zweite Welle erleben werde.