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Schweden ändert Corona-Kurs: "Es braucht jetzt Verbote"

Restaurant in Stockholm
Restaurant in Stockholm   -   Copyright  Amir Nabizadeh/Amir Nabizadeh/TT
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In Schweden hat Ministerpräsident Stefan Löfven angekündigt, dass sich zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie ab dem 24. November - also ab Dienstag kommender Woche - nur noch 8 Personen öffentlich treffen oder an Veranstaltungen teilnehmen dürfen. Seit März lag die Obergrenze bei 50 Menschen, war aber teilweise auf 300 heraufgesetzt worden.

Die Begrenzung der Kontakte soll vorläufig für vier Wochen gelten - und damit bis unmittelbar vor Weihnachten. Private Feste kann die schwedische Regierung nicht verbieten. Allerdings gibt es jetzt Geldstrafen bei Nicht-Beachtung der Versammlungsverbote - und es können sogar Haftstrafen von bis zu sechs Monaten verhängt werden.

In 20 der 21 schwedischen Regionen gab es teilweise schon zuvor strengere Regeln - je nach Infektionsraten.

"Viele verhalten sich, als wäre die Gefahr vorüber"

Stefan Löfven wiederholte seine eindringliche Aufforderung auf der Pressekonferenz, um den Ernst der Lage zu unterstreichen: "Es wird noch schlimmer werden. Tun Sie Ihre Pflicht und übernehmen Sie Verantwortung, um die Ausbreitung der Infektion zu stoppen. Ich sage es noch einmal. Es wird noch schlimmer werden. Tun Sie Ihre Pflicht und übernehmen Sie Verantwortung, um die Ausbreitung der Infektion zu stoppen.",

Empfehlungen seien im Frühjahr wirkungsvoll gewesen, nun aber brauche es Verbote, um die Zahl der Infizierten zu senken. Man sende ein deutliches Signal an jeden Schweden, sagte Löfven. Die Menschen sollten darauf verzichten, ins Fitnessstudio zu gehen oder in die Bibliothek oder Feste zu feiern.

Schwedens Innenminister Mikael Damberg beklagte, zu viele Menschen verhielten sich so, als wäre die Gefahr vorüber. Die Nachtclubs seien voll gewesen, bevor die Regierung eingegriffen habe. Zu Hause gingen die Feiern weiter, aber Schweden befinde sich mitten in der Pandemie, schrieb Damberg auch auf seiner Facebook-Seite.

Junge Leute in Schweden haben kaum Angst vor Covid-19

Radio Sweden berichtet, dass junge Leute kaum Angst vor Covid-19 haben. Laut der Umfrage unter Jugendlichen in Schweden von Ungdomsbarometer treffen junge Menschen inzwischen weniger Vorsichtsmaßnahmen für Covids als noch vor sechs Monaten. Dennoch befürworten sechs von zehn befragten Jugendlichen, das Verbot, ab 22 Uhr Alkohol in Restaurants und Nachtclubs auszugeben.

In der Statistik der europäischen Behörde ECDC liegt Schweden in der 14-Tage-Inzidenz der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner bei 511.9, Deutschland kommt auf 308.7, Dänemark liegt bei 255,5, Norwegen bei 143,8 und Finnland bei 54,8.