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Europas Solidarität mit Afghanistan

Von Efi Koutsokosta
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Europas Solidarität mit Afghanistan
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Die Europäische Union hat ihre seit langem bestehende Solidarität und Partnerschaft mit Afghanistan noch einmal bestätigt.

Auf der Afghanistan-Konferenz in Genf wurden rund 1,2 Milliarden Euro an Finanzhilfe für die nächsten vier Jahre zugesagt

Doch Sorge machte der Konferenz die anhaltende Gewalt - trotz der inner-afghanischen Friedensgespräche.

So kamen allein in diesem Jahr knapp 6000 Menschen ums Leben.

Besonders traurig: etwa ein Drittel dieser Opfer sind Kinder, 13 Prozent sind Frauen.

In den Verhandlungen zwischen den USA und den Taliban gab es fünf Kapitel, erklärt der EU-Sondergesandte für Afghanistan, Roland Kobia. Vier davon seien erledigt, das einzige offene sei ein Waffenstillstand.

Deswegen habe die internationale Gemeinschaft das Recht und die Pflicht, die Taliban an ihre Verantwortung zu erinnern und auf einen Waffenstillstand zu drängen - nicht morgen, sondern heute.

Damit dürfte der Friedensprozess aber noch nicht zu Ende sei, er könnte noch Monate, wenn nicht Jahre dauern.

Zugleich bilden die Afghanen das zweigrößte Kontingent von Asyl-Antragstellern in der EU.

Doch das allein macht die EU nicht relevanter, wie Kobia erklärt.

In der Vergangenheit habe man gesehen, dass sich die Instabilität in Afghanistan auch auf andere Weltregionen wie in Europa auswirke.

Die Afghanen seien die erste Bevölkerungsquelle illegaler Flüchtlinge in Europa, deswegen müsse dieses Problem ernst genommen und von Grund auf gelöst werden.

Dann das Rauschgift. Afghanistan sei der größte Heroin-Produzent der Welt.

Es gebe also eine Reihe von Problemen, zu denen dann noch der gewaltsame Extremismus mit seinen radikalen Ideologien komme.

Als dies könne aus Afghanistan exportiert werden und andere Regionen erreichen.

Seit fast zwei Jahrzehnten befinden sich US-Truppen im Land als Folge des Angriffs auf die Taliban nach den Anchlägen von Al-Qaida vom 11. September 2001.

Ein Abzug dieser Truppen ist Teil des Abkommens mit den Taliban, doch dies könnte nach Meinung der meisten Diplomaten und europäischen Experten die inner-afghanische Aussöhnung scheitern lassen.

Mit seiner Ankündigung des Truppenabzugs überlasse Trump seinem Nachfolger Joe Biden ein vergiftetes Abschiedsgeschenk, meint Fabrice Pothier von Rasmussen Global.

Wahrscheinlich werde sich Biden nicht daran halten, sondern das derzeitige Truppenniveau bestätigen, solange es nicht eine entscheidende Verbesserung der Lage im Land gebe.

Für die EU bleibe nur die finanzielle Unterstützung für Afghanistan.

Denn Einfluss auf die Friedensverhandlungen und auf die Zukunft des krisengeschüttelten Landes habe Brüssel nur wenig.

Journalist • Stefan Grobe