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"Sex-Skandal zeigt politische Heuchelei von Orbans Fidesz-Partei"

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Von Sandor Zsiros
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"Sex-Skandal zeigt politische Heuchelei von Orbans Fidesz-Partei"
Copyright  Mathieu CUGNOT/ European Union 2019 - Source : EP
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Nach dem Sex-Skandal um den ungarischen Fidesz-Abgeordneten József Szájer wächst der Druck auf Ungarn, seine regressive Politik gegenüber sexuellen Minderheiten zu beenden. Entsprechend äußerten sich in Brüssel Politiker und Aktivisten. Szájer, ein Vertrauter Viktor Orbans, war bei einer illegalen Homo-Sexorgie in einem Haus in der Brüsseler Innenstadt gestellt worden. Gegen ihn ermittelt die Polizei nun wegen Drogenbesitzes und Verstoßes gegen die Quarantäne-Regeln.

Szájer und Orban sollten mit ihrer Politik brechen und stattdessen für LGBT-Rechte eintreten, sagt der belgische Aktivist Rémy Bonny. In der modernen Gesellschaft sei kein Platz für Angriffe auf Minderheiten. Auch in Ungarn gebe es keine Menschen zweiter Klasse.

Szájer war für seine Rolle bei der Abfassung restriktiver Verfassungszusätze kritisiert worden. An diesem Mittwoch war nicht mehr in seinem Brüsseler Büro. Für viele seine Parlamentskollegen ist der Fall Szájer vor allem ein Beispiel politischer Heuchelei der rechtsnationalen Fidesz-Partei.

Es gebe hier ein weit klaffende Lücke zwischen der Rhetorik und dem persönlichen Verhalten von Fidesz-Amtsträgern, sagte der ungarische Oppositions-Abgeordnete Márton Gyöngyösi.

Szájer genieße die Freiheit der LGBT-Gemeinde hier in Brüssel, doch zugleich verurteile seine Partei dieselbe Gemeinde in Ungarn, erklärte die französische Abgeordnete Manon Aubry. Er sei sogar Mitautor der ungarischen Anti-Homosexuellen-Gesetzgebung gewesen.

Die Menschen in Ungarn sollten sich fragen, welche Glaubwürdigkeit Orban und seine Parteigänger noch hätten, sagte die niederländische Abgeordnete Sophie in 't Veld. Oder instrumentalisiere er den Hass auf eine Gruppe für seine eigenen politischen Ziele?

Szájer trat unterdessen von allen politischen Ämtern zurück. In Brüssel dürfte er damit wohl endgültig seine Koffer packen.

Journalist • Stefan Grobe