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Coronalage am Sonntag: Lockdown, Staus, vielerorts Polizeikontrollen

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Polizeikontrolle in Köln
Polizeikontrolle in Köln   -   Copyright  AP
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Die Zahl der Neuinfektionen in Deutschland bleibt trotz harter Einschränkungen weiter hoch.

Das RKI meldete am frühen Sonntagmorgen 22.771 Neuinfektionen. Das sind rund 2.500 mehr als vor einer Woche. Da nicht alle Gesundheitsämter am Wochenende Daten übermitteln, liegen die Fallzahlen aber wohl in Wirklichkeit höher.

Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz steigt auf 192,2. Bund und Länder streben das Ziel von 50 an. Der Wert gibt an, wie viele Menschen je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen positiv getestet wurden.

Den Höchstwert mit 33.777 gemeldeten Infektionen hatte es am Freitag gegeben, allerdings waren darin rund 3500 nachgemeldete Fälle vom Vortag enthalten. Am Sonntag vergangener Woche hatte die Zahl bei 20.200 gelegen. Die Gesundheitsämter meldeten binnen eines Tages zudem 409 neue Todesfälle.

Staus an der slowenisch-kroatischen Grenze

Lange Staus bildeten sich am Samstag an der slowenisch-kroatischen Grenze. Schuld ist der weihnachtliche Heimreiseverkehr in Richtung Balkan. Autofahrer mussten am größten Grenzübergang Bregana bis zu zehn Stunden Wartezeit in Kauf nehmen. Ähnliche Szenen hatten sich bereits am Freitag abgespielt.

Zehn Stunden warten, das habe er noch nie erlebt, sagt ein Mann, der von Zürich in Richtung Kosovo reist. "Ich fahre seit 30 Jahren auf dieser Straße und habe so etwas noch nie gesehen. Ich habe meine Kinder dabei, ganze Familien sitzen fest. Ich weiß wirklich nicht, was sie hier an der kroatischen Grenze machen."

Kroatien hat seine Corona-Regeln über die Feiertage stark verschärft. Zwischen Weihnachten und Neujahr ist es den Bürgern nicht erlaubt, ihren jeweiligen Landkreis zu verlassen.

Mehr als 109.000 Corona-Infizierte seit Pandemiebeginn in Litauen

Litauen, das einen harten Lockdown bis Januar verhängt hat, wacht an diesem Wochenende mit massiven Strassenkontrollen über die verschärften Ausgangsbeschränkungen. Auf Anordnung der Regierung darf niemand ohne zwingenden Grund in andere Städte und Gemeinden außerhalb des eigenen Wohnsitzes reisen.

Litauen mit seinen knapp drei Millionen Einwohner weist aktuell nach Angaben der EU-Behörde ECDC eine der höchsten Infektionsraten in Europa auf. Insgesamt gibt es mehr als 109.000 Corona-Infizierte seit Pandemiebeginn.

Lockdown und Ausgangsbeschränkungen in der Slowakei

Auch in der Slowakei kontrollieren Polizisten auf Straßen und an Bahnhöfen. Seit Samstag ist ein ursprünglich erst für nächste Woche geplanter Lockdown in Kraft mit Ausgangssperren in Kraft.

Am Freitag hatte Ministerpräsident Igor Matovic bestätigt, dass er nach der Teilnahme am EU-Gipfel in Brüssel positiv auf das Coronavirus getestet worden sei. Ebenso wie Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron.

Kurz danach wurden mehrere andere Spitzenpolitiker, die zu Matovic engen Kontakt hatten, ebenfalls positiv getestet.

Die Slowakei hatte im November mit Massentests an fast der ganzen Bevölkerung über zehn Jahre für internationale Aufmerksamkeit gesorgt. Matovic hatte die Aktion als Alternative zu einem Lockdown angepriesen. Dass sich dieser nun wegen dramatisch steigender Infektionszahlen und drohender Überlastung der Krankenhäuser dennoch nicht verhindern ließ, wertete er als politische Niederlage.