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Spanien: Hilfe für die, die durch Corona vor dem Nichts stehen

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Spanien: Hilfe für die, die durch Corona vor dem Nichts stehen
Copyright  Juan Carlos de Santos Pascual / Euronews
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Das kleine spanische Dorf Muñotello hat Weihnachten in diesem Jahr mit sieben neuen Einwohnern gefeiert. Es handelt sich um zwei Familien, die während der Corona-Pandemie ihr Zuhause verloren hatten. Sie bekamen über die Madrina Stiftung eine neue Wohnung und brachten neues Leben in das Dorf mit gerade mal 60 Einwohnern.

Nalliby und Juan stammen aus Kolumbien. Sie haben vier Kinder, das jüngste lebt noch in Spanien. Der Umzug nach Munotello bedeutet für die Familie, dass die Tochter nicht in eine staatliche Betreuungseinrichtung muss.

"Als man mir gesagt hat, ich könne hier her kommen, war es mir egal, wie das Haus aussieht. Wenn ich hier mit meiner Tochter sein kann, wo sie nicht frieren muss, ist mir alles egal", sagt Nalliby.

"Die Menschen sind so herzlich hier"

Nancy ist aus Peru mit ihren drei Kindern nach Spanien geflüchtet. Sie hat sich lange nicht vorstellen können, dass sie einmal ihre Arbeit verlieren würde und ihre Wohnung nicht bezahlen kann. In Madrid lebte sie mit ihren Kindern in einem Zimmer, das 350 Euro pro Monat gekostet hat.

"Hier ist das Wohnzimmer, das große Esszimmer und dort ist das Bad. Ich bin sehr glücklich. Aber mehr noch als alles andere gefällt mir die Herzlichkeit der Menschen hier. In Madrid waren die Menschen kalt", sagt Nancy.

Als sie in dem Dorf ankamen, sorgte die Stiftung dafür, dass sie genug Vorräte für ein paar Wochen haben und half bei der Suche nach Arbeit. Nach Angaben der Stiftung gibt es hunderte ähnliche Fälle in Madrid: Familien, für die ein neues Zuhause gesucht wird.

"Vor der Pandemie ging es um drei, höchstens vier Famlien pro Monat, um die wir uns kümmern mussten. Jetzt sind es vier pro Tag, außerdem Schwangere Mütter oder solche mit Neugeborenen", sagt Conrado Jiménez, der Präsident der Stiftung.

"Früher: vier Bedürftige im Monat. Jetzt: vier Familien am Tag"

Carolina und Cristian stehen auf der Warteliste. Sie sind beide Arbeitslos und haben keine neuen Jobs in Aussicht. Im Lockdown wurde die kleine Tochter geboren und jetzt können sie nicht mehr bei der Oma wohnen.

"Sie hatte nicht genug Essen für uns, deshalb habe ich mich an die Stiftung gewandt. Außerdem hat sie keine Spielsachen für die Kleine, auch das bekomme ich hier", sagt Carolina.

Die Madrina Stiftung hofft, dass aus denen, die hier um Essen anstehen, keine Obdachlosen werden. Allerdings rechnet die Stiftung auch damit, dass in den nächsten sechs Monaten viele Familien in Madrid ihr Zuhause verlieren.